Zwei Gläser Wasser auf Holztisch

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Was darf man beim Fasten trinken? Wasser, Tee, Saft und Kaffee im Überblick

Autor: Conny Wettcke

Veröffentlicht am: 25.06.2026

Du sitzt am ersten Fastentag, der Magen knurrt, und plötzlich tauchen lauter Fragen auf: Darf ich meinen Kaffee am Morgen trinken? Reicht Wasser, oder brauche ich unbedingt Tee? Und was ist mit einem frischen Saft? Gerade beim Fasten ist das richtige Trinken kein Nebenthema. Es entscheidet mit darüber, wie gut Du Dich in den Fastentagen fühlst.

In diesem Artikel erfährst Du, wie viel Du beim Fasten trinken solltest, welche Getränke wirklich erlaubt sind, warum eine warme Brühe mehr ist als nur ein kleiner Genuss und wie Du die Sache mit dem Kaffee für Dich klärst.

Warum Trinken beim Fasten so wichtig ist

Wenn Du fastest, fällt eine Flüssigkeitsquelle weg, an die Du im Alltag kaum denkst: Ein großer Teil Deiner täglichen Flüssigkeit steckt normalerweise im Essen, in Obst, Gemüse, Suppen oder Brot. Diese Menge musst Du beim Fasten zusätzlich über Getränke ausgleichen. Gleichzeitig scheidet Dein Körper gerade in den ersten Fastentagen vermehrt Wasser und Mineralstoffe aus.

Ausreichend zu trinken hält Deinen Kreislauf stabil, unterstützt die Nieren beim Ausscheiden von Stoffwechselprodukten und beugt typischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit vor. Trinkst Du zu wenig, machen sich schnell Schwindel und Konzentrationsprobleme bemerkbar.

Wie viel solltest Du beim Fasten trinken?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Fastentage mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag, vor allem in Form von Wasser und Kräutertee. Viele Fastenleiter und Kliniken nennen eine Spanne von 2–3 Litern. Diese Menge liegt deutlich über dem, was die meisten Menschen im Alltag trinken, und genau das ist beim Fasten gewollt.

Verteile die Flüssigkeit über den ganzen Tag, statt große Mengen auf einmal hinunterzustürzen. Ein Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen, eine Tasse Tee am Vormittag, etwas Brühe am Mittag: So bleibt Dein Flüssigkeitshaushalt gleichmäßig gefüllt und Dein Kreislauf hat es leichter.

Diese Getränke sind beim Fasten erlaubt

Beim klassischen Heilfasten nach Buchinger ist die Auswahl bewusst schlicht. Erlaubt und sinnvoll sind vor allem:

  • Stilles Wasser oder stilles Mineralwasser als Basis über den ganzen Tag.
  • Ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee, warm getrunken besonders wohltuend.
  • Eine warme Gemüsebrühe, meist eine Tasse (etwa 250 Milliliter) am Mittag.
  • Frisch gepresster Obst- oder Gemüsesaft in kleiner Menge, beim Buchinger-Fasten rund 250 Milliliter täglich.
  • Ein wenig Honig im Tee, um etwas Süße zu geben und den Kreislauf zu stützen.

Saft, Brühe und Honig liefern bewusst eine kleine Menge Kalorien, meist zwischen 250 und 500 am Tag. Sie machen das Buchinger-Fasten verträglicher als reines Wasserfasten. Beim Basenfasten oder Intervallfasten sieht der Rahmen anders aus: Dort liegt der Fokus stärker auf kalorienfreien Getränken wie Wasser und Tee.

Und was ist mit Kaffee?

Das ist die Frage, die fast alle umtreibt. Die Antwort hängt davon ab, wie Du fastest. Beim klassischen Heilfasten nach Buchinger wird bewusst auf Koffein verzichtet, ebenso auf Alkohol und Nikotin. Der Gedanke dahinter: Das Fasten soll auch eine Pause für die Sinne und das Nervensystem sein, und Koffein kann Unruhe sowie Magenreizungen fördern.

Beim Intervallfasten gelten dagegen andere Spielregeln. Schwarzer Kaffee ohne Milch und ohne Zucker enthält praktisch keine Kalorien und unterbricht die Fastenphase in der Regel nicht. Wichtig ist das Wort schwarz: Sobald Milch, Pflanzendrink, Zucker oder Sirup dazukommen, liefert das Getränk Kalorien, und die Fastenwirkung endet.

Wenn Du Kaffee gut verträgst und intervallfastest, spricht also wenig gegen eine Tasse. Reagierst Du dagegen empfindlich, fastest mehrere Tage am Stück oder neigst zu nervöser Unruhe, bist Du mit Tee meist besser beraten. Bei niedrigem Blutdruck kann eine Tasse Schwarz-, Grün- oder Ingwertee den Kreislauf sanft in Schwung bringen.

Diese Getränke meidest Du besser

  • Alkohol in jeder Form: Er belastet die Leber, die beim Fasten ohnehin viel zu tun hat.
  • Gezuckerte Limonaden, Eistees und Energydrinks: Sie treiben den Blutzucker hoch und widersprechen dem Sinn des Fastens.
  • Milch und Milchmixgetränke: Sie enthalten Eiweiß und Zucker und gelten nicht als Fastengetränk.
  • Pur getrunkene Fruchtsäfte in großer Menge: Ein kleines, verdünntes Glas ist beim Buchinger-Fasten eingeplant, literweise Saft ist es nicht.
  • Künstlich gesüßte Light-Getränke: Sie sind umstritten und können den Appetit eher anregen, als ihn zu beruhigen.

Brühe, Elektrolyte und Dein Kreislauf

In den ersten Fastentagen scheidet Dein Körper vermehrt Mineralstoffe aus, vor allem Natrium, Kalium und Magnesium. Diese Elektrolyte steuern unter anderem Deinen Blutdruck und Deine Muskelfunktion. Sinkt der Spiegel zu stark, können Kreislaufschwäche, Muskelkrämpfe oder ausgeprägte Müdigkeit die Folge sein.

Genau hier kommt die warme Gemüsebrühe ins Spiel. Sie ist beim Fasten kein bloßer Genuss, sondern eine einfache und natürliche Elektrolytquelle. Eine Tasse Brühe am Tag liefert Natrium und weitere Mineralstoffe und hilft Deinem Kreislauf, stabil zu bleiben. Wer zu niedrigem Blutdruck oder Kreislaufproblemen neigt, sollte auf dieses kleine Ritual nicht verzichten.

Praktische Tipps fürs Trinken im Fastenalltag

  • Stell Dir morgens eine Karaffe Wasser oder eine Kanne Tee bereit, die Du über den Tag leerst. So behältst Du die Menge im Blick.
  • Trinke warm: Warmer Tee und Brühe wärmen von innen, denn beim Fasten frierst Du oft leichter als sonst.
  • Trinke in kleinen Schlucken und regelmäßig, statt erst bei Durst große Mengen auf einmal.
  • Ein Spritzer Zitrone im Wasser bringt Abwechslung, ganz ohne nennenswerte Kalorien.
  • Höre auf Deinen Körper: Schwindel, Herzklopfen oder starke Kopfschmerzen sind ein Signal, mehr zu trinken und gegebenenfalls eine Pause einzulegen.

Wann Du vorsichtig sein solltest

Fasten ist nicht für jeden geeignet. Schwangere, Stillende und Kinder sollten grundsätzlich nicht fasten, ebenso Menschen mit einer Essstörung. Wer chronisch krank ist, regelmäßig Medikamente einnimmt oder unter Erkrankungen von Herz, Nieren oder Leber leidet, klärt ein Fasten vorab ärztlich ab. Auch eine längere Fastenkur findet idealerweise unter fachkundiger Begleitung statt. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Richtig trinken ist beim Fasten kein Detail, sondern das Fundament: Mit rund 2 bis 3 Litern Wasser und Kräutertee, einer warmen Brühe für die Mineralstoffe und einem ehrlichen Blick auf Deinen Kaffee schaffst Du die Grundlage für eine Fastenzeit, in der Du Dich klar und stabil fühlst. Wenn Du auf Deinen Körper hörst und gleichmäßig über den Tag trinkst, hast Du das Wichtigste schon richtig gemacht.

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