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Zink: Tagesbedarf, Mangel erkennen und wann ein Präparat sinnvoll ist

Autor: Conny Wettcke

Veröffentlicht am: 27.08.2026

Zwei Menschen essen dasselbe, und trotzdem klagt der eine über müde Haut, brüchige Nägel und ständige Erkältungen, der andere nicht. Oft steckt ein unterschätztes Spurenelement dahinter: Zink. Zink ist lebensnotwendig, aber Dein Körper kann es nicht speichern, deshalb musst Du es täglich über die Ernährung aufnehmen. Als Richtwert empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bei durchschnittlicher Kost rund 8 mg pro Tag für Frauen und 14 mg für Männer.

In diesem Artikel erfährst Du, wie viel Zink Du wirklich brauchst, warum der Bedarf von Deiner Ernährung abhängt, welche Lebensmittel viel Zink liefern, woran Du einen Mangel erkennst, wann ein Präparat sinnvoll ist und was Du rund ums Fasten beachten solltest.

Was ist Zink und warum braucht Dein Körper es?

Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das an unzähligen Vorgängen im Körper beteiligt ist. Es ist Bestandteil von rund 300 Enzymen und wirkt bei Zellwachstum, Wundheilung, Stoffwechsel, Immunsystem und Fortpflanzung mit. Für Dein Immunsystem hält Zink die normale Funktion wichtiger Abwehrzellen wie T- und B-Lymphozyten und natürlicher Killerzellen aufrecht. Außerdem braucht Deine Haut Zink für eine intakte Barriere, und auch Haare, Nägel und Dein Geschmackssinn sind auf das Spurenelement angewiesen.

Insgesamt trägt ein erwachsener Körper nur etwa 1,5 bis 2,5 Gramm Zink in sich, vor allem in Knochen, Haut und Haaren. Weil es kein klassisches Speicherorgan für Zink gibt, muss der Vorrat regelmäßig aufgefüllt werden, sonst kann sich schon nach kurzer Zeit ein Mangel entwickeln.

Wie viel Zink am Tag? Der Tagesbedarf nach DGE

Seit 2019 gibt die DGE den Zinkbedarf nicht mehr als eine einzige Zahl an, sondern abhängig davon, wie viel Phytat Deine Ernährung enthält. Für Erwachsene gelten diese Referenzwerte pro Tag:

Bei einer typischen Mischkost mit mittlerer Phytatzufuhr sind das also 8 mg für Frauen und 14 mg für Männer. In Schwangerschaft und Stillzeit liegt der Bedarf höher, je nach Phase und Ernährung etwa bei 9 bis 13 beziehungsweise 11 bis 14 mg pro Tag.

Warum hängt der Zinkbedarf von Phytat ab?

Phytat (Phytinsäure) steckt vor allem in Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Es bindet Zink im Magen-Darm-Trakt, sodass der Körper es nicht mehr aufnehmen kann. Eine sehr phytatreiche Ernährung kann die Verfügbarkeit von Zink laut DGE um bis zu 45 Prozent senken, weshalb der empfohlene Wert dann höher liegt. Gut zu wissen: Einweichen, Keimen und Sauerteiggärung bauen Phytat ab und verbessern so die Zinkaufnahme, und tierisches Eiweiß fördert die Verwertung zusätzlich.

Welche Lebensmittel enthalten viel Zink?

Am besten verwertbar ist Zink aus tierischen Lebensmitteln. Gute Quellen sind Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eier. Spitzenreiter unter allen Lebensmitteln sind Austern. Pflanzliche Quellen liefern ebenfalls Zink, allerdings meist in geringerer Menge und schlechter verfügbar.

Wichtig für die Aufnahme: Kaffee und schwarzer oder grüner Tee hemmen die Zinkverwertung, ebenso sehr ballaststoffreiches Vollkornbrot mit hohem Phytatanteil. Wer überwiegend pflanzlich isst, sollte deshalb bewusst auf gute Quellen und phytatarme Zubereitung achten.

Zinkmangel erkennen: Symptome und Risikogruppen

Ein Zinkmangel macht sich oft unspezifisch bemerkbar. Typisch sind eine erhöhte Infektanfälligkeit, schlecht heilende Wunden, Hautveränderungen wie Ekzeme, Haarausfall, Geschmacksstörungen und Durchfall. Das Tückische: Keines dieser Anzeichen ist allein für Zinkmangel beweisend, sie können viele andere Ursachen haben. Deshalb solltest Du einen vermuteten Mangel ärztlich abklären lassen, statt auf Verdacht hochdosiert zu supplementieren.

Ein höheres Risiko für eine Unterversorgung haben bestimmte Gruppen:

Zink beim Fasten: Was Du beachten solltest

Während einer Fastenkur nimmst Du kaum oder keine feste Nahrung zu Dir, entsprechend gering ist die Zinkzufuhr über diese Tage. Bei einer kurzen, gut begleiteten Fastenwoche ist das für gesunde Menschen in der Regel unproblematisch, weil der Körper auf seine Bestände zurückgreift. Genau hier zeigt sich der Wert einer erfahrenen Begleitung: Beim Heilfasten und beim basisch ausgerichteten Basenfasten achtet die Fastenleitung auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen.

Vor und nach dem Fasten lohnt sich der Blick auf die Mineralstoffe besonders. Eine pflanzenbetonte, basische Kost ist gesund, liefert durch ihren Phytatgehalt aber tendenziell schlechter verfügbares Zink. Welche Präparate rund ums Fasten wirklich sinnvoll sind, liest Du im Ratgeber Nahrungsergänzung beim Fasten; wie Du Deinen Bedarf an Magnesium und Eisen deckst, erklären eigene Beiträge.

Wann ist ein Zinkpräparat sinnvoll?

Für die meisten Menschen deckt eine ausgewogene Ernährung den Zinkbedarf. Ein Präparat ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein Mangel ärztlich festgestellt wurde oder Du zu einer Risikogruppe gehörst, etwa bei rein pflanzlicher Ernährung. Mehr ist dabei nicht besser: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt für Erwachsene eine tolerierbare Gesamtzufuhr von 25 mg Zink pro Tag. Dauerhaft zu viel Zink kann die Aufnahme von Kupfer stören und eine Blutarmut begünstigen.

Häufig wird Zink auch gegen Erkältungen empfohlen. Die Datenlage dazu ist allerdings uneinheitlich: Das IQWiG hält fest, dass sich Vor- und Nachteile solcher Präparate bislang nicht zuverlässig beurteilen lassen, weil es zu wenige oder widersprüchliche Studien gibt. Wer ein Zinkpräparat nimmt, sollte die empfohlene Dosis nicht überschreiten. Bist Du schwanger, hast chronische Erkrankungen oder nimmst Medikamente, sprich vor einer Nahrungsergänzung mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

Zink ist ein kleines Spurenelement mit großer Wirkung: Es hält Immunsystem, Haut, Haare und Wundheilung in Gang, lässt sich aber nicht speichern und muss täglich auf den Teller. Mit einer abwechslungsreichen Kost aus guten Zinkquellen, phytatarm zubereitet, bist Du in der Regel gut versorgt. Achte in Risikogruppen und rund ums Fasten bewusst auf Deine Versorgung, und greife zu einem Präparat erst dann, wenn ein Bedarf tatsächlich belegt ist.

Häufige Fragen

Wie viel Zink am Tag ist normal?

Bei durchschnittlicher Mischkost empfiehlt die DGE rund 8 mg Zink pro Tag für Frauen und 14 mg für Männer. Bei sehr pflanzlicher, phytatreicher Ernährung steigt der Richtwert auf bis zu 10 mg bei Frauen und 16 mg bei Männern.

Woran erkenne ich einen Zinkmangel?

Mögliche Anzeichen sind häufige Infekte, schlecht heilende Wunden, Hautprobleme, Haarausfall und Geschmacksstörungen. Da diese Symptome nicht eindeutig sind, lässt sich ein Mangel nur ärztlich sicher feststellen.

Welche Lebensmittel haben am meisten Zink?

Besonders gut verwertbar ist Zink aus tierischen Lebensmitteln wie Rindfleisch, Käse und Eiern; Austern zählen zu den reichsten Quellen überhaupt. Pflanzlich liefern Nüsse, Haferflocken und Hülsenfrüchte Zink, allerdings schlechter verfügbar.

Ist Zink gut gegen Erkältungen?

Das ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Nach Einschätzung des IQWiG reicht die Studienlage nicht aus, um Nutzen und Risiken von Zinkpräparaten gegen Erkältungen zuverlässig zu beurteilen.

Kann man zu viel Zink nehmen?

Ja. Die EFSA nennt 25 mg pro Tag als tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene. Dauerhaft höhere Mengen können die Kupferaufnahme stören und zu Blutarmut führen.

Quellen

  1. Ausgewählte Fragen und Antworten zu ZinkDeutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) · 2019 · abgerufen am 27.08.2026dge.de
  2. Referenzwerte für die Zufuhr: ZinkDeutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) · 2019 · abgerufen am 27.08.2026dge.de
  3. Zink: Unverzichtbar für Immunsystem und WundheilungFachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET e.V.) · abgerufen am 27.08.2026fet-ev.eu
  4. Referenzwerte für Zufuhr von Zink und Vitamin B6 überarbeitetDeutsches Ärzteblatt · 2019 · abgerufen am 27.08.2026aerzteblatt.de
  5. ErkältungIQWiG, gesundheitsinformation.de · abgerufen am 27.08.2026gesundheitsinformation.de

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