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Frieren beim Fasten: Warum Dir kalt wird und was wirklich hilft
Autor: Reiner Wettcke
Veröffentlicht am: 13.08.2026
Kaum bist Du ein, zwei Tage im Fasten, kriechen kalte Füße und Gänsehaut in Deinen Alltag, obwohl die Heizung läuft. Das ist kein Zufall: Beim Fasten drosselt Dein Körper den Stoffwechsel, und weniger Stoffwechsel bedeutet weniger Körperwärme. Vor allem sinkt das aktive Schilddrüsenhormon T3, das Deine Wärmebildung steuert, sodass Du schneller frierst. In den allermeisten Fällen ist das ein normales, vorübergehendes Begleitsymptom, das nach dem Fastenbrechen von selbst wieder verschwindet.
In diesem Artikel erfährst Du, warum Fasten Dich frösteln lässt, ob das gefährlich ist, was schnell wieder wärmt und woran Du erkennst, wann hinter dem Frieren mehr steckt.
Warum friert man beim Fasten?
Dein Körper heizt sich über den Stoffwechsel. Jede Zelle verbrennt Energie, und ein Teil davon geht als Wärme verloren, das ist Teil Deines Grundumsatzes. Bekommt Dein Körper beim Fasten keine Nahrung mehr, fährt er diesen Verbrauch herunter, um mit den Reserven hauszuhalten. Weniger Grundumsatz heißt weniger Abwärme, und genau die fehlt Dir dann als Körperwärme.
Die zentrale Rolle spielt die Schilddrüse. Über das aktive Hormon T3 steuert sie, wie viel Wärme Deine Zellen erzeugen; T3 gilt als einer der wichtigsten Antreiber der Wärmebildung (Thermogenese). Beim Fasten sinkt genau dieses T3. In einer Auswertung von Fastenkuren fiel das freie, biologisch wirksame fT3 nach 7 bis 18 Fastentagen um rund 53 Prozent, während das inaktive reverse T3 um etwa 58 Prozent zunahm. Eine systematische Metaanalyse bestätigt das Muster: Fasten senkt vor allem fT3 und das Gesamt-T3 deutlich und den TSH-Wert mäßig, während das Speicherhormon fT4 weitgehend stabil bleibt.
Der Effekt ist also kein Defekt, sondern ein sinnvoller Sparmodus: Dein Körper senkt die Betriebstemperatur, um Energie zu schonen. Die gute Nachricht ist, dass diese Veränderung reversibel ist und sich nach dem Fasten mit dem Kostaufbau wieder normalisiert.
Ist Frieren beim Fasten normal?
Ja. Leichtes Frösteln, kalte Hände und Füße und ein erhöhtes Wärmebedürfnis gehören für viele Fastende dazu, besonders ab dem zweiten oder dritten Tag und bei längeren Fasten. Erfahrene Fastenbegleiter beobachten, dass sich Fastende in dieser Phase oft fröstelnd, ruhebedürftig und weniger belastbar fühlen. Das Frieren tritt meist zusammen mit anderen Anzeichen der Umstellung auf, etwa in der Fastenkrise am zweiten und dritten Tag.
Was hilft schnell gegen das Frieren?
Gegen das Frösteln kannst Du einiges tun, und das meiste ist angenehm. Wichtig ist, Wärme von außen zuzuführen und die Durchblutung sanft anzukurbeln, ohne den Kreislauf zu überfordern.
- Warm anziehen und einpacken: Mehrere Schichten, warme Socken, Schal und eine Decke wirken sofort. Eine Wärmflasche an den Füßen hilft besonders nachts.
- Warme Getränke: Ungesüßter Kräuter- oder Ingwertee wärmt von innen und deckt zugleich Deinen Flüssigkeitsbedarf. Was beim Fasten sonst noch erlaubt ist, liest Du im Überblick Was darf man beim Fasten trinken.
- Sanfte Bewegung an der frischen Luft: Ein Spaziergang bringt den Kreislauf in Schwung und macht warm, ohne Dich auszupowern.
- Warme Anwendungen: Ein warmes Bad, warme Fußbäder, Trockenbürsten und Wickel stabilisieren Kreislauf und Wärmehaushalt.
- Ruhe und Schlaf: Gönn Dir Wärme und Rückzug. Ein Mittagsschlaf unter der Decke ist beim Fasten keine Schwäche, sondern Teil der Erholung.
Frieren vermeiden: die Fastenart und eine gute Begleitung
Wie stark Du frierst, hängt auch von der Fastenart ab. Beim strengen Wasser- oder Saftfasten und beim klassischen Heilfasten fällt die Kalorienzufuhr am tiefsten aus, entsprechend deutlicher drosselt der Körper die Wärme. Wenn Du kälteempfindlich bist, kann eine mildere Methode angenehmer sein: Beim Basenfasten isst Du weiterhin basisches Gemüse und Obst, sodass der Stoffwechsel weniger stark heruntergefahren wird und viele Menschen dabei weniger frieren.
Gerade wenn Du zum ersten Mal fastest, ist eine betreute Umgebung viel wert: warme Räume, wohltuende Anwendungen und jemand, der einordnet, was normal ist. In einem reinen Fastenhaus wie dem Hotel Therme in Bad Teinach im Schwarzwald (Baden-Württemberg) gehören warme Bäder und eine achtsame Begleitung zum Konzept, sodass Du das Frösteln entspannt aushältst statt zähneklappernd allein zu Hause.
Wann Frieren ein Warnsignal ist
Vorübergehendes Frösteln beim Fasten ist harmlos. Hellhörig werden solltest Du, wenn das Kältegefühl sehr ausgeprägt ist, mit starkem Schwindel, Herzrasen, Verwirrtheit oder Zittern einhergeht oder auch nach dem Fastenbrechen nicht verschwindet. Anhaltende Kälteempfindlichkeit und Frieren zählen zum Beispiel zu den möglichen Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion.
Nicht jeder sollte fasten. Wer schwanger ist oder stillt, unter Untergewicht, einer Essstörung, einer Schilddrüsenerkrankung, Kreislaufproblemen oder einer anderen chronischen Erkrankung leidet oder regelmäßig Medikamente nimmt, klärt das Fasten vorher ärztlich ab. Im Zweifel gilt: Brich das Fasten ab und such Dir ärztlichen Rat, wenn Symptome Dich beunruhigen.
Frieren beim Fasten ist in aller Regel ein normales Zeichen dafür, dass Dein Körper in den Sparmodus geschaltet hat: weniger T3, weniger Grundumsatz, weniger Abwärme. Mit warmer Kleidung, warmen Getränken, sanfter Bewegung und wohltuenden Anwendungen kommst Du gut durch diese Phase, und nach dem Fastenbrechen normalisiert sich alles von selbst. Achte auf die wenigen Ausnahmen, dann bleibt das Fasten eine wohlige statt frostige Erfahrung.
Häufige Fragen
Warum friere ich beim Fasten so schnell?
Weil Dein Stoffwechsel herunterfährt. Beim Fasten sinkt das aktive Schilddrüsenhormon T3, das die Wärmebildung steuert, sodass Dein Körper weniger Energie verbraucht und weniger Wärme erzeugt. Das spürst Du als kalte Hände, Füße und ein erhöhtes Wärmebedürfnis.
Wie lange hält das Frieren beim Fasten an?
Meist begleitet Dich das Frösteln über die Fastentage und ist in den ersten Tagen und bei längeren Fasten am stärksten spürbar. Nach dem Fastenbrechen und mit dem Kostaufbau normalisiert sich der Schilddrüsenstoffwechsel wieder, und das Kältegefühl verschwindet.
Was hilft am schnellsten gegen kalte Füße beim Fasten?
Am schnellsten wärmen warme Socken plus eine Wärmflasche, ein warmes Fußbad und ein ungesüßter heißer Tee. Ein kurzer Spaziergang bringt zusätzlich die Durchblutung in Schwung.
Ist Frieren beim Fasten gefährlich?
In der Regel nicht, es ist ein normales Begleitsymptom. Vorsicht ist geboten, wenn das Frieren extrem ist, mit Schwindel, Herzrasen oder Zittern einhergeht oder nach dem Fasten anhält; dann solltest Du ärztlichen Rat suchen, denn dahinter kann zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion stecken.
Quellen
- Das Hormonsystem im Fastenugb.de ↗
- Thyroid Hormones and their Thermogenic Propertiesrestorativemedicine.org ↗
- Effects of fasting on thyroid hormone profiles: a systematic review and meta-analysisfrontiersin.org ↗
- Fastentippsbuchinger-wilhelmi.com ↗
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)gesundheitsinformation.de ↗










