Zitronenwasser am Morgen

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Glaubersalz beim Fasten: Anwendung, Dosierung und Wirkung der Darmentleerung

Autor: Reiner Wettcke

Veröffentlicht am: 30.06.2026

Bevor das Fasten beginnt, steht für viele eine Frage im Raum: Muss der Darm wirklich entleert werden, und wozu dient das Glaubersalz, das im Fastenplan auftaucht? Die kurze Antwort: Glaubersalz ist ein osmotisches Abführmittel aus Natriumsulfat, das zum Fastenstart den Darm gründlich entleert. Dadurch lässt das Hungergefühl schneller nach, der Einstieg fällt leichter und typische Begleiterscheinungen der ersten Tage fallen oft milder aus. In diesem Artikel erfährst Du, wie Glaubersalz wirkt, wie Du es richtig und sicher dosierst und für wen es nicht geeignet ist.

Was ist Glaubersalz und wie wirkt es?

Glaubersalz ist der volkstümliche Name für Natriumsulfat, ein weißes, kristallines Salz mit deutlich bitterem Geschmack. Im Darm wirkt es osmotisch: Es bindet Wasser und zieht Flüssigkeit aus dem umliegenden Gewebe in den Darm. Dadurch wird der Stuhl weicher, das Stuhlvolumen nimmt zu, die Darmwand dehnt sich und die natürliche Darmbewegung wird angeregt. Das Ergebnis ist eine zügige, gründliche Entleerung. Glaubersalz wirkt dabei direkt im Darm und wird größtenteils wieder ausgeschieden.

Warum entleerst Du den Darm zu Beginn des Fastens?

Die Darmentleerung ist ein klassischer Bestandteil des Heilfastens und des Buchinger Fastens. Sobald keine feste Nahrung mehr nachkommt, soll auch der Verdauungstrakt zur Ruhe kommen. Ein geleerter Darm hat dabei mehrere Vorteile:

  • Das Hungergefühl lässt schneller nach, weil keine Reste mehr verdaut werden und der Magen-Darm-Trakt nicht weiter angeregt wird.
  • Der Übergang in den Fastenstoffwechsel fällt leichter.
  • Begleiterscheinungen der ersten Tage wie Kopfschmerzen oder Unwohlsein fallen häufig milder aus.

Sinnvoll ist die Entleerung erst, wenn Du Deinen Körper mit ein bis zwei Entlastungstagen auf das Fasten vorbereitet hast.

Wie wendest Du Glaubersalz richtig an?

Glaubersalz nimmst Du am ersten Fastentag morgens auf nüchternen Magen ein. Eine bewährte Vorgehensweise sieht so aus:

  • Dosierung: Löse etwa 10 bis 20 Gramm Glaubersalz (rund 2 bis 4 Teelöffel) in 250 Millilitern lauwarmem Wasser auf. Für eine kräftigere Wirkung werden auch 20 bis 30 Gramm in einem halben Liter Wasser verwendet. Halte Dich an die Packungsangabe Deines Präparats.
  • Geschmack abmildern: Der bittere Geschmack lässt sich mit einem Spritzer Zitronen- oder Orangensaft abmildern. Viele trinken die Lösung zügig und halten sich dabei die Nase zu.
  • Nachtrinken: Trinke anschließend und über den Vormittag verteilt reichlich stilles Wasser oder Kräutertee, mindestens noch einmal die gleiche Menge. Das gleicht den Flüssigkeitsverlust aus und unterstützt die Reinigung.
  • Zeit einplanen: Bleibe in den Stunden danach in der Nähe einer Toilette und halte Dir den Vormittag von Terminen frei.

Wie schnell und wie lange wirkt Glaubersalz?

Die Wirkung setzt unterschiedlich schnell ein. Bei manchen Menschen geht es schon nach etwa 30 Minuten los, bei anderen dauert es einige Stunden. Anschließend kommt es zu mehrfachem, durchfallartigem Stuhlgang, der sich über mehrere Stunden hinziehen kann. Das ist so gewollt und kein Grund zur Sorge. Wichtig ist, dass Du den Flüssigkeitsverlust durch ausreichendes Trinken ausgleichst, damit Kreislauf und Wohlbefinden stabil bleiben.

Glaubersalz oder Bittersalz: Was ist der Unterschied?

Neben Glaubersalz (Natriumsulfat) wird zur Darmentleerung oft Bittersalz genannt, das aus Magnesiumsulfat besteht. Beide wirken osmotisch und damit abführend, doch Glaubersalz wirkt in der Regel kräftiger und schmeckt unangenehmer. Bittersalz gilt als etwas milder im Geschmack. Welches Mittel für Dich passt, hängt von Deiner Verträglichkeit ab. Im begleiteten Fasten entscheidet das oft die erfahrene Fastenleitung.

Für wen ist Glaubersalz nicht geeignet?

Glaubersalz ist ein wirksames Abführmittel, aber kein harmloses Hausmittel für jeden Tag. Es entzieht dem Körper Wasser und Mineralstoffe, vor allem Kalium, und sollte deshalb nur kurzfristig und nicht wiederholt eingesetzt werden. In folgenden Fällen solltest Du auf Glaubersalz verzichten oder es nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden:

  • Bluthochdruck und Herzerkrankungen, da das enthaltene Natrium den Blutdruck erhöhen kann
  • Nierenerkrankungen oder eine eingeschränkte Nierenfunktion
  • Darmverschluss sowie akute oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • ein empfindlicher Magen-Darm-Trakt

Auch Menschen mit Essstörungen, starkem Untergewicht oder anderen Vorerkrankungen sollten vor einer Fastenkur grundsätzlich ärztlichen Rat einholen. Wenn Du regelmäßig Medikamente einnimmst, kläre die Anwendung vorab ab, denn die schnelle Darmpassage kann die Aufnahme von Wirkstoffen beeinflussen. Im Zweifel ist ein Einlauf die sanftere Alternative, und beim Basenfasten, bei dem Du basische Lebensmittel isst, ist eine Darmentleerung mit Glaubersalz ohnehin nicht nötig.

Glaubersalz im begleiteten Fasten

Gerade beim ersten Mal fühlen sich viele sicherer, wenn die Darmentleerung fachkundig begleitet wird. In einem Fastenhotel übernimmt die Fastenleitung die richtige Dosierung, achtet auf Deine Verträglichkeit und bietet bei Bedarf sanftere Alternativen wie Einläufe oder eine Colon-Hydro-Anwendung an. Im Hotel Therme in Bad Teinach im Schwarzwald etwa begleiten die erfahrenen Fastenleiter Conny und Reiner den Start ins Buchinger- oder Basenfasten persönlich, und für die Darmreinigung steht direkt im Haus eine Colon-Hydro-Anwendung zur Verfügung. Wer eine Fastenkur in Baden-Württemberg sucht, findet hier Thermalquellen und ruhige Wanderwege gleich vor der Tür.

Glaubersalz ist das klassische Mittel, um den Darm zum Fastenstart gründlich zu entleeren und so den Einstieg zu erleichtern. Richtig dosiert, mit genügend Wasser nachgetrunken und nur kurzfristig angewendet, ist es für gesunde Erwachsene gut handhabbar. Wer unter Vorerkrankungen leidet, schwanger ist oder sich unsicher fühlt, sollte vorher ärztlichen Rat einholen oder das Fasten von Anfang an begleiten lassen.

Häufige Fragen

Wie viel Glaubersalz nimmt man zum Fasten?

Üblich sind etwa 10 bis 20 Gramm, also rund 2 bis 4 Teelöffel, aufgelöst in 250 Millilitern lauwarmem Wasser. Für eine kräftigere Wirkung werden auch 20 bis 30 Gramm in einem halben Liter Wasser genutzt. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der Packung Deines Präparats.

Wann wirkt Glaubersalz?

Die Wirkung setzt meist nach etwa 30 Minuten bis einigen Stunden ein und hält dann über mehrere Stunden an. Plane den Vormittag deshalb frei und bleibe in der Nähe einer Toilette.

Wie oft darf man Glaubersalz anwenden?

Glaubersalz ist nur für die kurzfristige Anwendung gedacht. Eine dauerhafte oder häufige Einnahme kann zu Mineralstoffverlusten und einem trägen Darm führen. Zur Darmentleerung vor dem Fasten genügt eine einmalige Anwendung, mehr als wenige Male im Jahr sollte es nicht sein.

Muss man den Darm vor dem Fasten überhaupt entleeren?

Beim klassischen Heil- und Buchinger Fasten gehört die Darmentleerung fest zum Ablauf, weil sie den Hunger dämpft und den Einstieg erleichtert. Beim Basenfasten, bei dem Du weiter isst, ist sie nicht nötig. Wenn Du Glaubersalz nicht verträgst, sind ein Einlauf oder Bittersalz mögliche Alternativen.

Was sollte man nach der Einnahme von Glaubersalz essen?

Am besten nichts Festes, denn die Entleerung leitet den ersten Fastentag ein. Trinke stattdessen reichlich Wasser und Kräutertee und im Tagesverlauf eine leichte Gemüsebrühe oder einen verdünnten Saft, wie es Dein Fastenplan vorsieht.

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