6 min Lesezeit
Wann ist die beste Zeit zum Fasten? Jahreszeit und Zeitpunkt richtig wählen
Autor: Conny Wettcke
Veröffentlicht am: 13.07.2026
„Ich will endlich fasten, aber wann ist eigentlich der richtige Moment dafür?" Die ehrliche Antwort: Die beste Zeit zum Fasten ist weniger eine Frage des Kalenders als Deiner Lebenssituation. Traditionell gelten Frühjahr und Herbst als ideale Fastenzeiten, weil milde Temperaturen den Kreislauf schonen und der Jahreswechsel ohnehin zu einem Neuanfang einlädt. Entscheidend ist aber vor allem, dass Du eine ruhige Phase wählst, in der Du Dich zurückziehen und auf Dich konzentrieren kannst.
In diesem Artikel erfährst Du, warum Frühjahr und Herbst als klassische Fastenzeiten gelten, worauf Du beim Fasten im Sommer und Winter achten solltest, welcher Faktor wichtiger ist als die Jahreszeit und wie oft im Jahr ein Fasten überhaupt sinnvoll ist.
Gibt es überhaupt die eine beste Jahreszeit?
Vorweg: Fasten ist grundsätzlich zu jeder Jahreszeit möglich, es gibt keine medizinische Regel, die einen bestimmten Kalendermonat vorschreibt. Was es gibt, sind eine lange Tradition und ein paar praktische Gründe, die Frühjahr und Herbst besonders beliebt machen. Für gesunde Erwachsene hat sich ein Rhythmus von ein- bis zweimal im Jahr bewährt, und klassische Fastenärzte empfehlen, eine Fastenkur frühestens nach sechs bis zwölf Monaten zu wiederholen. Wann genau diese ein bis zwei Fastenphasen liegen, darfst Du an Deinen Alltag und Deine Vorlieben anpassen.
Frühjahr: der klassische Neustart nach dem Winter
Das Frühjahr ist die traditionsreichste Fastenzeit. Die christliche Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern fällt in diese Wochen, und schon Sebastian Kneipp sprach von der Frühjahrskur zur Blutreinigung. Hinter dem Bild vom Aufräumen nach dem Winter steckt aber auch ein realer Effekt: Über die dunkle, kalte Jahreszeit werden viele Menschen deutlich inaktiver und verlieren einen Teil ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. Genau diese Trägheit kennst Du vielleicht als Frühjahrsmüdigkeit.
Gegen dieses Wintertief hilft übrigens nicht mehr Schlaf, sondern eher das Gegenteil: raus an die frische Luft, Bewegung und leichte, vitaminreiche Kost mit viel Obst und Gemüse. Eine Fastenkur im Frühjahr setzt genau hier an: Sie ist ein bewusster Anlass, die schwere Winterküche hinter sich zu lassen und Deinen Körper wieder in Schwung zu bringen. Wer sanft einsteigen möchte, für den eignet sich zum Beispiel das Basenfasten, das ohne vollständigen Nahrungsverzicht auskommt und sich gut in den Alltag einfügt.
Herbst: zur Ruhe kommen vor dem Winter
Die zweite klassische Fastenzeit ist der Herbst. Die Temperaturen sind mild und schonen den Kreislauf mehr als die Sommerhitze, und der Übergang von der sommerlichen Fülle in die stillere, dunklere Jahreszeit lädt ganz von selbst zum Innehalten ein. Viele Menschen nutzen den Herbst, um vor den gehaltvollen Wintermonaten noch einmal bewusst leichter zu essen und zur Ruhe zu kommen. Für ein geführtes Heilfasten nach Buchinger ist der Herbst deshalb ein beliebter Termin.
Fasten im Sommer: Hitze und Kreislauf im Blick
Auch im Sommer kannst Du fasten, solltest dabei aber Deinen Kreislauf im Blick behalten. Beim Fasten scheidet der Körper vermehrt Natrium und Wasser aus, und der Blutdruck sinkt oft rasch und deutlich ab. Kommt große Hitze dazu, kann der ohnehin niedrigere Blutdruck weiter absacken, und Schwindel oder Kreislaufprobleme werden wahrscheinlicher. Wenn Du im Hochsommer fastest, achte deshalb besonders auf ausreichend Flüssigkeit, meide die pralle Mittagssonne und lege Bewegung in die kühleren Morgen- und Abendstunden. Wer die warme Jahreszeit liebt, für den kann ein Fastenwandern in den Bergen mit ihren milderen Temperaturen eine angenehme Wahl sein.
Fasten im Winter: Wärme wird zum Programm
Im Winter macht sich ein anderer Effekt bemerkbar: Beim Fasten reagiert der Körper empfindlicher auf Kälte. Zusammen mit dem sinkenden Blutdruck sorgt das dafür, dass viele Fastende leichter frösteln als sonst. Das ist kein Grund, im Winter aufs Fasten zu verzichten, es bedeutet nur: Wärme gehört fest zum Programm. Warme Tees und Suppen, ausreichend Kleidung, ein gemütlicher, beheizter Rückzugsort und regelmäßige Bewegung helfen gegen das Frösteln. Ein Saunagang oder ein Bad in der Therme tun jetzt besonders gut, und mit einem warmen, begleiteten Rahmen fällt das Winterfasten oft leichter als allein zu Hause.
Wichtiger als die Jahreszeit: ein ruhiger Zeitpunkt
So reizvoll die Frage nach der richtigen Jahreszeit ist, der mit Abstand wichtigste Faktor ist ein anderer: Fasten braucht Ruhe. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt neben mäßiger Bewegung ausdrücklich die emotionale Vorbereitung mit Stressvermeidung und mehr Ruhe als Teil des Fastens. Auch Fastenärzte betonen, dass es beim Fasten um ein Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe geht.
Für die Wahl Deines Zeitpunkts heißt das konkret: Such Dir eine Phase mit wenigen Terminen, ohne Umzug, ohne enge Deadline und ohne große Feiern. Klassische Fastenmethoden wie das Heilfasten nach Buchinger verlangen eine echte Auszeit und lassen sich nur schlecht nebenbei im vollen Arbeitsalltag umsetzen. Genau deshalb entscheiden sich viele für ein begleitetes Fasten in einem Fastenhotel, wo Alltag, Einkaufen, Kochen und ständige Ablenkung wegfallen.
Ein Beispiel für einen solchen geschützten Rahmen ist das Hotel Therme in Bad Teinach, ein reines Fastenhaus im Schwarzwald in Baden-Württemberg. Dort werden Buchinger Fasten und Basenfasten mit täglicher Bewegung, bewussten Ruhephasen und der hauseigenen Therme kombiniert, sodass die Wärme im Winter und die Ruhe zu jeder Jahreszeit gleich mitgeliefert werden.
Wie oft im Jahr solltest Du fasten?
Für gesunde Erwachsene reicht in der Regel ein Fasten ein- bis zweimal im Jahr, häufig im Frühjahr und im Herbst. Eine längere Fastenkur solltest Du frühestens nach sechs bis zwölf Monaten wiederholen. Wie lang eine einzelne Kur sein sollte, hängt von Methode und Erfahrung ab: Die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung empfiehlt als sinnvolle Mindestdauer sechs bis acht Fastentage plus einen Entlastungstag davor und drei Aufbautage danach, während das therapeutische Buchinger-Fasten sein Optimum zwischen zwei und vier Wochen entfaltet. Für Einsteiger ist eine kürzere Kur oft der bessere Start.
So bereitest Du den gewählten Zeitpunkt vor
Steht Dein Termin fest, beginnt die Vorbereitung. Ein klassisches Heilfasten startet am Tag vor der Kur mit einem Entlastungstag, an dem Du die Energiezufuhr auf rund 1.000 Kilokalorien reduzierst. Solche Entlastungstage stimmen Körper und Kopf sanft auf den Verzicht ein und mildern typische Anfangsbeschwerden wie Kopfschmerzen ab. Wie Du diese Tage konkret gestaltest, liest Du in unserem Ratgeber zu den Entlastungstagen vor dem Fasten.
Ein Hinweis noch: Fasten ist nicht für jeden geeignet. Wenn Du schwanger bist oder stillst, unter einer chronischen Erkrankung leidest, eine Essstörung hast oder regelmäßig Medikamente einnimmst, sprich vor jeder Fastenkur zuerst mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, unabhängig von der Jahreszeit.
Die beste Zeit zum Fasten ist am Ende die, in der Du Dir wirklich Zeit für Dich nimmst. Frühjahr und Herbst sind mit ihren milden Temperaturen und dem Gefühl des Neuanfangs ideale Fenster, Sommer und Winter funktionieren mit etwas Rücksicht auf Hitze und Kälte genauso gut. Entscheide Dich für eine ruhige Phase, wähle eine Methode, die zu Dir passt, und Dein Fasten kann zu fast jedem Zeitpunkt gelingen.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Jahreszeit zum Fasten?
Traditionell gelten Frühjahr und Herbst als beste Fastenzeiten, weil die milden Temperaturen den Kreislauf schonen und der Jahreswechsel ohnehin zum Innehalten einlädt. Grundsätzlich ist Fasten aber zu jeder Jahreszeit möglich, solange Du im Sommer die Hitze und im Winter die Kälte berücksichtigst.
Kann man im Sommer fasten?
Ja. Beim Fasten sinkt der Blutdruck ohnehin ab. Kommt große Hitze dazu, wird der Kreislauf zusätzlich belastet. Trinke im Sommer deshalb besonders viel, meide die Mittagssonne und lege Bewegung in die kühleren Tageszeiten. In den Bergen mit ihren milderen Temperaturen fällt das Sommerfasten vielen leichter.
Warum friert man beim Fasten so leicht?
Beim Fasten reagiert der Körper empfindlicher auf Kälte. Zusammen mit dem sinkenden Blutdruck führt das dazu, dass viele Fastende leichter frösteln als sonst. Warme Getränke, warme Kleidung und Bewegung schaffen Abhilfe, weshalb sich im Winter ein warmer, begleiteter Rahmen anbietet.
Wie oft im Jahr sollte man fasten?
Für gesunde Erwachsene gilt ein- bis zweimal jährlich als guter Rhythmus. Eine längere Fastenkur solltest Du frühestens nach sechs bis zwölf Monaten wiederholen.
Muss ich mir für das Fasten freinehmen?
Für klassische Fastenmethoden wie das Heilfasten nach Buchinger ist eine echte Auszeit sehr zu empfehlen, denn Fasten braucht Ruhe und möglichst wenig Stress. Wähle nach Möglichkeit eine Phase mit wenigen Terminen. Wer im Alltag fasten möchte, greift eher zu milderen Formen wie dem Intervall- oder Basenfasten, plant aber trotzdem bewusst Ruhephasen ein.
Quellen
- Häufige Fragen zum Heilfastenaerztegesellschaft-heilfasten.de ↗
- Was man gegen Frühjahrsmüdigkeit tun kanninternisten-im-netz.de ↗
- Therapeutisches Fasten (Heilfasten)carstens-stiftung.de ↗
- Volle Energie im Fastenugb.de ↗
- Heilfastendge.de ↗







