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Vitamin D: Tagesbedarf, Mangel erkennen und wann ein Präparat sinnvoll ist

Autor: Conny Wettcke

Veröffentlicht am: 08.07.2026

Kaum ein Nährstoff wird so heiß diskutiert wie Vitamin D, und kaum einer wird so oft auf eigene Faust geschluckt. Die gute Nachricht zuerst: Für Erwachsene gilt bei fehlender Eigenproduktion ein Schätzwert von 20 Mikrogramm, das entspricht 800 Internationalen Einheiten, pro Tag. Den größten Teil davon, rund 80 bis 90 Prozent, bildet Dein Körper bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien selbst über die Haut. Ein echter Mangel liegt erst vor, wenn der Blutwert unter 30 Nanomol pro Liter fällt. Nicht jeder braucht also ein Präparat, aber manche Menschen profitieren deutlich davon.

In diesem Artikel erfährst Du, wie viel Vitamin D Du wirklich brauchst, woher es kommt, was es im Körper leistet, woran Du einen Mangel erkennst und wann eine Ergänzung sinnvoll ist. Zum Schluss schauen wir, worauf Du beim Fasten achten solltest.

Wie viel Vitamin D brauchst Du am Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen Schätzwert von 20 Mikrogramm pro Tag. Dieser Wert greift für den Fall, dass der Körper kein eigenes Vitamin D über die Haut bildet. Wichtig zu verstehen: Das ist kein Wert, den Du über den Teller erreichen sollst. Über die übliche Ernährung nehmen wir in Deutschland nur etwa 2 bis 4 Mikrogramm pro Tag auf. Der Rest stammt aus der Eigenproduktion über die Haut oder, wenn diese nicht ausreicht, aus einem Präparat.

20 Mikrogramm entsprechen 800 Internationalen Einheiten (IE). Beide Angaben stehen oft nebeneinander auf den Packungen, meinen aber dasselbe. Fettreiche Fische wie Hering, Lachs oder Makrele, dazu Eigelb und einige Pilze gehören zu den wenigen nennenswerten Vitamin-D-Lieferanten im Essen, decken den Bedarf allein aber kaum.

Woher kommt Vitamin D? Die Sonne schlägt den Teller

Der Löwenanteil kommt nicht vom Essen, sondern von der Sonne. Bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien bildet der Körper 80 bis 90 Prozent des Vitamins selbst, angeregt durch das UV-B-Licht auf der Haut. Der Haken daran: In Deutschland reicht die Sonne dafür nur etwa von März bis Oktober aus. In den Monaten von Oktober bis März steht sie zu tief, das UV-B-Licht ist dann zu schwach für eine nennenswerte Bildung.

Deshalb legt der Körper im Sommer Reserven an. Vitamin D lässt sich speichern, und diese Speicher tragen einen Teil zur Versorgung im Winter bei. Wer im Sommerhalbjahr viel draußen ist, füllt den Vorrat also für die dunkle Jahreszeit auf. Für eine gute Bildung genügt es meist, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche unbedeckt in die Sonne zu halten, und zwar nur etwa halb so lange, wie Du ungeschützt brauchen würdest, um einen Sonnenbrand zu bekommen. Mehr ist nicht besser: Längeres Braten bringt für die Vitamin-D-Bildung nichts, erhöht aber das Hautkrebsrisiko.

Ein einfacher Hebel ist also Bewegung an der frischen Luft. Wer ohnehin gern draußen unterwegs ist, etwa beim Fastenwandern, verbindet sanfte Bewegung mit Tageslicht und tut seinem Vitamin-D-Spiegel damit ganz nebenbei etwas Gutes.

Was macht Vitamin D im Körper?

Vitamin D ist vor allem für die Knochen wichtig. Es fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm und sorgt dafür, dass Calcium in den Knochen eingelagert wird, also für die Härtung des Knochens. Ohne genügend Vitamin D kann der Körper das Calcium aus der Nahrung schlechter verwerten.

Ein ausgeprägter, langfristiger Mangel hat spürbare Folgen für das Skelett: Bei Kindern kann er zu Rachitis mit Verformungen der Knochen führen, bei Erwachsenen zu einer Knochenerweichung (Osteomalazie), und er begünstigt Knochenschwund (Osteoporose) im Alter. Vitamin D ist damit ein zentraler Baustein für stabile Knochen, gerade in der zweiten Lebenshälfte.

Woran erkennst Du einen Vitamin-D-Mangel?

Ob Du ausreichend versorgt bist, zeigt ein Blutwert: die Konzentration von 25-Hydroxy-Vitamin-D im Serum. Als Mangel gilt ein Wert unter 30 Nanomol pro Liter, als ausreichend für die Knochengesundheit ein Wert ab 50 Nanomol pro Liter. Diesen Wert zeigt nur ein Bluttest, nicht das Bauchgefühl.

Und er ist häufiger zu niedrig, als viele denken. In einer bundesweiten Untersuchung Erwachsener erreichten rund 62 Prozent nicht den Zielwert von 50 Nanomol pro Liter, etwa 30 Prozent lagen sogar im Mangelbereich unter 30 Nanomol pro Liter. Besonders im Winter und bei Menschen, die wenig nach draußen kommen, sinken die Werte.

Eindeutige Frühsymptome gibt es kaum. Müdigkeit, Muskelschwäche oder häufige Infekte werden zwar oft mit Vitamin D in Verbindung gebracht, sind aber unspezifisch und können viele Ursachen haben. Verlass Dich deshalb nicht auf Symptomlisten aus dem Netz. Wenn Du unsicher bist oder zu einer Risikogruppe gehörst, lass Deinen Wert ärztlich bestimmen, statt auf Verdacht hochdosiert zu supplementieren.

Wann ist ein Vitamin-D-Präparat sinnvoll?

Ein Präparat ist vor allem für Menschen sinnvoll, die zu wenig Vitamin D selbst bilden. Dazu zählen ältere Menschen (die Haut bildet im Alter weniger Vitamin D, und viele sind seltener draußen), Personen, die kaum ins Freie kommen oder sich vollständig bedeckt aufhalten, Menschen mit dunkler Haut und Säuglinge. Wer dagegen im Sommerhalbjahr regelmäßig draußen ist, erreicht die gewünschte Versorgung oft ganz ohne Kapseln.

Wenn Du ergänzt, gilt: niedrig dosiert und regelmäßig ist besser als selten und hochdosiert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält eine Menge von 20 Mikrogramm (800 IE) pro Tag über Nahrungsergänzungsmittel für unbedenklich, auch unter Berücksichtigung anderer Vitamin-D-Quellen. Sehr hohe Einzeldosen im Wochen- oder Tagesabstand dagegen sollten nur auf ärztliche Anweisung und unter Kontrolle eingenommen werden. Ähnlich überschätzt wie Vitamin D wird übrigens oft auch Magnesium. Welche Mittel gerade beim Fasten wirklich etwas bringen, liest Du im Überblick zur Nahrungsergänzung beim Fasten.

Mehr hilft hier nicht mehr. Eine Überdosierung ist über Sonne oder normale Lebensmittel praktisch nicht möglich, wohl aber über Präparate: Dauerhaft sehr hohe Dosen von deutlich über 100 Mikrogramm pro Tag können den Calciumspiegel im Blut gefährlich erhöhen. Deshalb gilt gerade bei Vitamin D: so viel wie nötig, nicht so viel wie möglich.

Vitamin D beim Fasten: Worauf Du achten solltest

Beim Fasten nimmst Du wenig oder gar keine feste Nahrung zu Dir, und über das Essen kam ohnehin nur ein kleiner Teil des Vitamin D. Der entscheidende Hebel bleibt also derselbe wie sonst: Tageslicht und Bewegung. Eine geführte Fastenwoche in einer sonnigen Region wie Baden-Württemberg mit täglichen Wanderungen bringt Dich fast automatisch nach draußen. Auch beim Basenfasten, bei dem Du basische, pflanzliche Kost isst, steht die Versorgung mit Mineralstoffen im Vordergrund; das Vitamin D bildest Du weiter überwiegend über die Sonne.

In unserem Stammhaus, dem Hotel Therme in Bad Teinach im Schwarzwald, gehören morgendliche Wanderungen durch das Teinachtal fest zum Tagesablauf, kombiniert mit Buchinger- und Basenfasten. Solche Programme verbinden das Fasten mit viel Zeit im Freien, was der Eigenproduktion zugutekommt.

Wichtig: Vitamin D ist kein Heilmittel und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Wenn Du schwanger bist, chronisch krank bist, Medikamente einnimmst oder eine Nierenerkrankung hast, sprich vor einer Fastenkur und vor der Einnahme von Präparaten mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Fasten ist außerdem nicht für jeden geeignet.

Unterm Strich ist Vitamin D wichtig, aber kein Grund zur Panik oder zum blinden Schlucken. Deinen Bedarf deckst Du zum Großteil selbst, wenn Du im Sommerhalbjahr regelmäßig raus an die Luft gehst und Reserven für den Winter anlegst. Gehörst Du zu einer Risikogruppe oder ist Dein Blutwert niedrig, hilft eine moderate, tägliche Ergänzung im Rahmen der Empfehlungen. Lass im Zweifel Deinen Wert messen und entscheide dann, statt auf Verdacht hoch zu dosieren.

Häufige Fragen

Sollte ich Vitamin D im Winter einnehmen?

Von Oktober bis März reicht die Sonne in Deutschland nicht für eine nennenswerte Vitamin-D-Bildung aus. Wer im Sommer gute Reserven angelegt hat, kommt oft durch den Winter. Gehörst Du zu einer Risikogruppe oder war Dein Wert schon niedrig, kann eine moderate Ergänzung über die dunklen Monate sinnvoll sein, am besten nach ärztlicher Rücksprache und mit gemessenem Ausgangswert.

Wie viel Vitamin D pro Tag ist unbedenklich?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung bewertet 20 Mikrogramm (800 IE) pro Tag über Nahrungsergänzungsmittel als unbedenklich, auch neben anderen Quellen. Höhere Dosen, vor allem große Einzelgaben, gehören in ärztliche Hand. Dauerhaft sehr hohe Mengen über 100 Mikrogramm pro Tag können schaden.

Kann ich meinen Bedarf über das Essen decken?

In der Praxis kaum. Über die übliche Ernährung kommen nur etwa 2 bis 4 Mikrogramm pro Tag zusammen. Fettreicher Fisch, Eigelb und bestimmte Pilze liefern am meisten, reichen allein aber nicht an den Schätzwert von 20 Mikrogramm heran. Die Hauptquelle bleibt die Sonne.

Woran merke ich einen Vitamin-D-Mangel?

Zuverlässig nur über einen Bluttest. Als Mangel gilt ein 25-Hydroxy-Vitamin-D-Wert unter 30 Nanomol pro Liter. Beschwerden wie Müdigkeit oder Muskelschwäche sind unspezifisch und kein Beweis. Bei Verdacht lohnt sich die Bestimmung beim Arzt, bevor Du zu einem Präparat greifst.

Quellen

  1. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin DDeutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) · 2024 · abgerufen am 08.07.2026dge.de
  2. Vitamin D: Antworten auf häufig gestellte FragenRobert Koch-Institut (RKI) · 2019 · abgerufen am 08.07.2026rki.de
  3. Vitamin D status among adults in Germany (DEGS1)BMC Public Health · 2015 · abgerufen am 08.07.2026ncbi.nlm.nih.gov
  4. Höchstmengenvorschläge für Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln (Stellungnahme 007/2024)Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 2024 · abgerufen am 08.07.2026bfr.bund.de

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