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Fasten und Kreislauf: Warum Dir schwindelig wird und was gegen Kreislaufprobleme hilft
Autor: Reiner Wettcke
Veröffentlicht am: 05.09.2026
Du stehst am zweiten Fastentag vom Sofa auf, und plötzlich wird Dir schwarz vor Augen? Schwindel und Kreislaufprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden beim Fasten, und in den allermeisten Fällen sind sie harmlos. Der Grund ist fast immer ein sinkender Blutdruck: In den ersten Fastentagen scheidet Dein Körper vermehrt Natrium und Wasser aus, das Blutvolumen wird kleiner, und beim schnellen Aufstehen bekommt das Gehirn kurz zu wenig Blut.
Mit ein paar einfachen Handgriffen bekommst Du das meist gut in den Griff. In diesem Artikel erfährst Du, warum der Kreislauf beim Fasten schlappmacht, was in dem Moment sofort hilft, wie Du dem Schwindel von vornherein vorbeugst und woran Du erkennst, dass es Zeit für ärztlichen Rat oder einen Fastenabbruch ist.
Warum sinkt beim Fasten der Blutdruck?
Fasten wirkt auf den Blutdruck ähnlich wie ein Blutdruckmedikament. Der Körper scheidet vermehrt Natrium aus, das Nervensystem schaltet auf Entspannung um, und die Gefäße weiten sich. In einer Auswertung von 1610 Fastenden sank ein erhöhter Blutdruck nach durchschnittlich zehn Fastentagen deutlich, bei vielen konnten Blutdruckmedikamente reduziert oder abgesetzt werden.
Der Schlüssel ist das Salz. Natrium bindet Wasser im Körper und hält so das Blutvolumen hoch. Fällt die Salzzufuhr weg, wie beim Fasten, sinkt der Blutdruck: Schon eine salzarme Kost senkte in einer Studie den oberen Blutdruckwert um rund 8 mmHg. Wenn Du fastest, isst Du praktisch kein Salz mehr, und gleichzeitig spülen die ersten Tage viel Flüssigkeit aus. Genau deshalb spielen Elektrolyte beim Fasten beim Fasten eine so große Rolle.
Wie entsteht der Schwindel beim Aufstehen?
Wenn Du schnell aufstehst, sackt das Blut der Schwerkraft folgend kurz in die Beine. Bei stabilem Kreislauf gleicht der Körper das sofort aus. Ist der Blutdruck aber ohnehin niedrig, gelingt das langsamer, und das Gehirn ist für einen kurzen Moment nicht ausreichend durchblutet. Die Folge sind Schwindel, Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen, in seltenen Fällen eine kurze Ohnmacht. Mediziner nennen das eine orthostatische Kreislaufregulation, also die Reaktion auf den Lagewechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen.
Wann treten Kreislaufprobleme beim Fasten am ehesten auf?
Bestimmte Situationen begünstigen den Schwindel besonders. Achte in diesen Momenten auf Dich:
- In den ersten Fastentagen: Hier verliert der Körper am meisten Wasser und Salz, der Blutdruck fällt am stärksten.
- Nach einer Darmentleerung: Glaubersalz oder Bittersalz ziehen zusätzlich Flüssigkeit aus dem Körper, das verstärkt den Effekt.
- Beim schnellen Aufstehen: vom Liegen oder aus der Hocke, morgens aus dem Bett oder nach langem Sitzen.
- Bei Wärme: ein heißes Bad, die Sauna oder ein warmer Sommertag weiten die Gefäße zusätzlich.
- Wenn Du von Natur aus niedrigen Blutdruck hast: schlanke, junge Frauen sind besonders oft betroffen.
Was hilft sofort gegen Kreislaufprobleme beim Fasten?
Wird Dir akut schwindelig, gilt zuerst: Ruhe bewahren und die Durchblutung des Kopfes wiederherstellen. Das hilft im Moment am schnellsten:
- Hinlegen und die Beine hochlegen. So fließt das Blut zurück zum Herzen und zum Kopf. Alternativ setz Dich hin und senke den Kopf zwischen die Knie.
- Langsam aufstehen. Richte Dich in Etappen auf, erst zum Sitzen, kurz warten, dann zum Stehen.
- Etwas trinken. Ein großes Glas Wasser oder ungesüßter Tee füllt den Flüssigkeitshaushalt schnell wieder auf.
- Eine Prise Salz oder eine warme Gemüsebrühe. Sie liefert Natrium und stabilisiert den Kreislauf. In der Methode nach Buchinger Fasten gehört die Brühe am Abend fest dazu.
- Die Beine bewegen. Die Muskelpumpe der Waden schiebt das Blut nach oben, schon Wippen auf den Zehenspitzen hilft.
- Frische Luft und kühles Wasser. Ein offenes Fenster oder kaltes Wasser über die Unterarme bringen den Kreislauf in Schwung.
Wie beugst Du Kreislaufproblemen vor?
Am besten lässt Du den Schwindel gar nicht erst aufkommen. Diese Punkte halten Deinen Kreislauf über die Fastentage stabil:
- Genug trinken. Während des Fastens werden mindestens 2,5 Liter kalorienfreie Flüssigkeit am Tag empfohlen, denn über die Nahrung nimmst Du jetzt kein Wasser auf.
- Salz nicht komplett streichen. Eine tägliche Tasse Gemüsebrühe deckt den wichtigsten Natriumbedarf, ohne den Fasteneffekt aufzuheben. Welche Getränke sonst erlaubt sind, liest Du im Ratgeber dazu, was Du beim Fasten trinken darfst.
- Mit Entlastungstagen starten. Wer den Körper zwei bis drei Tage sanft auf das Fasten vorbereitet, hat später weniger Kreislaufprobleme.
- Eine sanfte Methode wählen. Strenges Wasserfasten belastet den Kreislauf am stärksten. Sanftere Formen wie Heilfasten mit Saft und Brühe kommen dem Kreislauf entgegen.
- In Bewegung bleiben, aber maßvoll. Leichte Spaziergänge halten den Kreislauf in Schwung, Hochleistungssport meidest Du in dieser Zeit.
Gerade wenn Du zum ersten Mal fastest oder zu niedrigem Blutdruck neigst, ist begleitetes Fasten die sicherste Wahl. In einem Fastenhaus behält jemand mit Erfahrung Deinen Kreislauf im Blick und passt das Programm an. Das Hotel Therme in Baden-Württemberg zum Beispiel ist ein reines Fastenhaus, in dem Buchinger Fasten und Basenfasten fachkundig begleitet werden.
Wann solltest Du zum Arzt oder das Fasten abbrechen?
Leichter Schwindel beim Aufstehen ist beim Fasten normal und meist harmlos. Ernst wird es, wenn weitere Beschwerden dazukommen. Hol ärztlichen Rat oder brich das Fasten ab, wenn Du eines dieser Zeichen bemerkst:
- Druckgefühl in der Brust, unregelmäßiger Herzschlag oder Atemnot.
- Der Schwindel hält an oder Du wirst tatsächlich ohnmächtig.
- Die Beschwerden kehren trotz Trinken, Salz und Ruhe immer wieder.
Grundsätzlich ist Fasten nicht für jeden geeignet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, ein längeres Heilfasten in einer Gruppe unter ärztlicher Begleitung durchzuführen und individuelle Anpassungen, etwa bei Medikamenten, immer ärztlich abzuklären. Wer Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes hat, schwanger ist oder eine Essstörung hatte, spricht vor dem Fasten unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Kurz gesagt: Kreislaufprobleme beim Fasten entstehen fast immer durch einen sinkenden Blutdruck, weil Salz und Wasser den Körper verlassen. Genug trinken, etwas Salz oder Gemüsebrühe, langsames Aufstehen und ein wenig Bewegung halten den Kreislauf stabil. Klingt der Schwindel nicht ab oder kommen Brustschmerzen, Herzstolpern oder Atemnot dazu, ist das ein klares Signal, kürzerzutreten und ärztlichen Rat einzuholen.
Häufige Fragen
Ist Schwindel beim Fasten gefährlich?
Meist nicht. Leichter Schwindel beim Aufstehen ist eine normale Folge des niedrigeren Blutdrucks und verschwindet, sobald der Kopf wieder gut durchblutet ist. Gefährlich wird es erst, wenn Brustschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Atemnot oder eine echte Ohnmacht dazukommen. Dann brauchst Du ärztliche Hilfe.
Darf ich beim Fasten Salz zu mir nehmen?
Eine kleine Menge Salz, etwa in Form einer Tasse Gemüsebrühe, ist beim Fasten sinnvoll und gehört in vielen Fastenprogrammen sogar fest dazu. Sie liefert das Natrium, das Deinen Blutdruck stabil hält, ohne den Fasteneffekt nennenswert zu stören.
Wie viel sollte ich beim Fasten trinken?
Während des Fastens werden mindestens 2,5 Liter kalorienfreie Flüssigkeit pro Tag empfohlen, vor allem Wasser und ungesüßten Tee. Zum Vergleich: Außerhalb des Fastens reichen über Getränke rund 1,5 Liter, weil ein Teil des Wassers aus der Nahrung kommt.
Warum wird gerade mir beim Fasten so schnell schwindelig?
Wenn Du von Natur aus niedrigen Blutdruck hast, fällt er beim Fasten schneller unter die kritische Schwelle. Auch Wärme, eine Darmentleerung mit Glaubersalz und zu wenig Trinken verstärken den Effekt. Mit genug Flüssigkeit, etwas Salz und langsamem Aufstehen lässt sich das gut ausgleichen.
Quellen
- Langzeitfasten senkt Bluthochdruck (1610 Fastende)aerztegesellschaft-heilfasten.de ↗
- Kreislaufprobleme: Woher sie kommen und was hilftaok.de ↗
- Weniger Salz für besseren Blutdruckhochdruckliga.de ↗
- Heilfastendge.de ↗









