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Gewichtszunahme nach dem Fasten: Warum die Waage wieder steigt und was normal ist
Autor: Conny Wettcke
Veröffentlicht am: 28.07.2026
Du hast eine Woche gefastet, die Waage zeigte am letzten Fastentag ein tolles Ergebnis, und wenige Tage nach dem Fastenbrechen sind plötzlich ein bis zwei Kilo wieder da. Keine Sorge: Das ist normal, und es ist fast kein Fett. Der größte Teil dieser schnellen Zunahme ist Wasser, das Dein Körper zusammen mit den wieder aufgefüllten Kohlenhydratspeichern einlagert. In diesem Artikel erfährst Du, warum die Waage nach dem Fasten wieder steigt, wie viel Zunahme normal ist, ab wann daraus ein echter Jo-Jo-Effekt wird und was Dir hilft, Dein Ergebnis zu halten.
Warum steigt die Waage nach dem Fasten wieder?
Während des Fastens leert Dein Körper zuerst seine Glykogenspeicher, also die Kohlenhydratreserven in Muskeln und Leber. Diese Speicher fassen zusammen mehrere hundert Gramm Glykogen, im Schnitt rund 600 Gramm. Der Clou: Glykogen wird nicht trocken gelagert, sondern jedes Gramm bindet mindestens drei Gramm Wasser. Leeren sich die Speicher, verlierst Du dieses Wasser über den Urin, und genau das lässt die Waage in den ersten Fastentagen so schnell sinken.
Sobald Du nach dem Fasten wieder Kohlenhydrate isst, läuft der Vorgang rückwärts. Dein Körper füllt die Glykogenspeicher wieder auf und lagert das dazugehörige Wasser erneut ein. Fachleute beschreiben diesen Effekt als Illusion: Ein großer Teil der schnellen Abnahme beim Fasten und der ebenso schnellen Zunahme danach ist Wasser, nicht Körperfett. Bei rund 600 Gramm Glykogen und drei Gramm Wasser pro Gramm kommen so schnell ein bis zwei Kilogramm zusammen, die vor allem aus Wasser bestehen.
Wie viel Zunahme nach dem Fasten ist normal?
Ein Plus von etwa ein bis zwei Kilogramm in den ersten Tagen nach dem Fastenbrechen ist typisch und kein Grund zur Sorge. Es ist der Preis dafür, dass Deine Energiespeicher wieder gefüllt sind, und Du fühlst Dich damit auch wieder leistungsfähiger. Wichtig ist der Unterschied zwischen Wasser und Fett: Fett baust Du nicht innerhalb von zwei, drei Tagen wieder auf, dafür müsstest Du enorme Kalorienmengen essen. Wasser dagegen lagert sich innerhalb von Stunden ein.
Umgekehrt gilt: Nicht alles, was Du beim Fasten verloren hast, war Fett. Neben Wasser baut der Körper beim Fasten auch etwas wertvolle Muskelmasse ab. Ein Teil der Zunahme danach ist also schlicht die Rückkehr in Deinen normalen, gut versorgten Zustand.
Wann wird aus dem Wasser ein echter Jo-Jo-Effekt?
Problematisch wird es erst, wenn nach dem Fasten dauerhaft mehr auf die Waage kommt als vorher. Das ist der gefürchtete Jo-Jo-Effekt, und der entsteht nicht durch das Wasser, sondern durch das, was Du nach dem Fasten isst und tust. Die Verbraucherzentrale bringt es auf den Punkt: Wird nach der Fastenzeit nach alter Gewohnheit weitergegessen, kommt es schnell wieder zu einer Gewichtszunahme.
Dahinter steckt auch der Stoffwechsel. Baust Du beim Fasten und Abnehmen Muskelmasse ab, sinkt Dein Grundumsatz, also der Energieverbrauch in Ruhe. Isst Du danach wieder wie vorher, füllt der Körper seine Fettdepots schnellstmöglich auf, und das Gewicht kann über den Ausgangswert steigen. Genau deshalb ist die Zeit nach dem Fasten fast wichtiger als die Fastenwoche selbst.
Was hilft, das Gewicht nach dem Fasten zu halten?
Die gute Nachricht: Das normale Wasser-Plus verschwindet von selbst, und den echten Jo-Jo-Effekt kannst Du gut vermeiden. Am meisten bringen diese Punkte:
- Bau die Kost langsam auf. Sanfte Aufbautage statt gleich wieder üppiger Mahlzeiten geben Deinem Körper Zeit, sich umzustellen.
- Iss ausreichend Eiweiß und bleib in Bewegung, damit Du Muskelmasse und damit Deinen Grundumsatz schützt.
- Stell Deine Ernährung dauerhaft um, statt in alte Muster zurückzufallen. Für langfristigen Erfolg ist die dauerhafte Umstellung entscheidend.
- Nutze das Fasten als Startpunkt für eine neue Routine, zum Beispiel mit Intervallfasten als alltagstauglichem Anschluss.
Wie Du Dein Ergebnis Schritt für Schritt sicherst, liest Du ausführlich im Ratgeber Wunschgewicht halten nach dem Fasten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, fastet in einer begleiteten Fastenwoche, in der auch der Kostaufbau fachkundig angeleitet wird. In Baden-Württemberg etwa führt das Hotel Therme in Bad Teinach als reines Fastenhaus durch Heilfasten, Basenfasten und Buchinger Fasten, inklusive sorgfältiger Aufbautage.
Für wen ist beim Fasten Vorsicht geboten?
Fasten ist nicht für jeden geeignet. Schwangere und Stillende sollten ganz auf das Fasten verzichten. Auch bei chronischen Erkrankungen, einer Essstörung oder wenn Du Medikamente nimmst, gehört Fasten in ärztliche oder therapeutische Begleitung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung weist zudem darauf hin, dass Heilfasten zur dauerhaften Gewichtsabnahme nur bedingt geeignet ist und eher als Einstieg in eine dauerhafte Ernährungsumstellung taugt.
Das Wichtigste in Kürze
Ein bis zwei Kilo mehr in den Tagen nach dem Fasten sind normal und bestehen fast nur aus Wasser, das Dein Körper zusammen mit den wieder gefüllten Glykogenspeichern einlagert. Fett ist das nicht. Zum echten Jo-Jo-Effekt wird es erst, wenn Du danach wieder in alte Gewohnheiten fällst und durch verlorene Muskelmasse weniger verbrauchst als vorher. Wer die Kost langsam aufbaut, auf Eiweiß und Bewegung achtet und dauerhaft umstellt, hält das Ergebnis und muss vor der Waage keine Angst haben.
Häufige Fragen
Ist es normal, nach dem Fasten wieder zuzunehmen?
Ja. Ein Plus von etwa ein bis zwei Kilogramm in den ersten Tagen ist normal und besteht überwiegend aus Wasser, das mit den wieder aufgefüllten Glykogenspeichern eingelagert wird.
Wie viel Gewicht nimmt man nach dem Fasten wieder zu?
Meist rund ein bis zwei Kilogramm in den ersten Tagen nach dem Fastenbrechen. Diese schnelle Zunahme ist Wasser und Glykogen, kein Fett. Körperfett baust Du in so kurzer Zeit nicht wieder auf.
Wie vermeide ich den Jo-Jo-Effekt nach dem Fasten?
Bau die Kost langsam über Aufbautage auf, iss ausreichend Eiweiß, bleib in Bewegung, um Muskelmasse zu schützen, und stell Deine Ernährung dauerhaft um, statt in alte Gewohnheiten zurückzufallen.
Wie lange dauert es, bis das Wasser wieder verschwindet?
Das schwankt von Tag zu Tag. Sobald sich Deine Ernährung eingependelt hat, reguliert sich der Wasserhaushalt in der Regel von selbst. Tägliche Schwankungen auf der Waage sind dabei ganz normal und kein verlässlicher Gradmesser für Fettauf- oder -abbau.
Quellen
- Fundamentals of glycogen metabolism for coaches and athletesacademic.oup.com ↗
- Glycogen storage: illusions of easy weight loss, excessive weight regain, and distortions in estimates of body compositionpubmed.ncbi.nlm.nih.gov ↗
- Abnehmen und Entgiften durch Fasten?verbraucherzentrale-rlp.de ↗
- Jo-Jo-Effekt vermeiden und gesund Gewicht verlierenaok.de ↗
- Heilfastendge.de ↗









