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Fleisch und Fisch nach dem Fasten: Wann sie wieder erlaubt sind und wie Du startest
Autor: Conny Wettcke
Veröffentlicht am: 08.10.2026
Nach dem Heilfasten ist die Frage schnell da: Darf ich jetzt endlich wieder Fleisch oder Fisch essen? Die kurze Antwort lautet: nicht in den ersten Aufbautagen, sondern erst gegen Ende oder nach dem Kostaufbau. In den ersten Aufbautagen lässt die Klinik Buchinger am Bodensee Fisch, Fleisch und Wurst bewusst weg. Die Leitlinien der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung beschreiben die Aufbaukost insgesamt als leichte lacto-vegetarische Kost. In diesem Artikel erfährst Du, wie lange Du auf Fleisch und Fisch verzichten solltest, warum Deine Verdauung diese Zeit braucht, wie Du mit dem ersten Stück startest und wie viel davon im Alltag sinnvoll ist.
Wann darf ich nach dem Fasten wieder Fleisch und Fisch essen?
Das hängt davon ab, wie lange Du gefastet hast, denn die Länge des Kostaufbaus richtet sich nach der Fastendauer. Als Faustregel gilt, dass etwa ein Drittel der Fastenzeit für den Aufbau eingeplant wird: nach fünf Fastentagen mindestens zwei Aufbautage, nach zehn Tagen mindestens drei, nach 15 Tagen mindestens fünf. Die Leitlinien sehen bei sieben bis zehn Fastentagen drei Aufbautage vor. Buchinger Wilhelmi nennt als Beispiel vier Aufbautage nach acht Fastentagen.
Eine Beobachtungsstudie mit 1.422 Fastenden in der Klinik Buchinger Wilhelmi zeigt, wie das in der Praxis aussieht: Die Nahrung wurde im Schnitt über vier Tage schrittweise wieder eingeführt, mit ovo-lacto-vegetarischer Bio-Kost, die von 800 auf 1.600 Kilokalorien pro Tag anstieg.
Während des Aufbaus bleibt es bei leichter, pflanzlicher Kost. Nach dem Apfel zum Fastenbrechen kommen nach und nach Sauermilchprodukte wie Joghurt dazu, später Käse und Ei. Fleisch und Fisch folgen erst danach. Die Klinik-Community von Buchinger Wilhelmi nennt für die Zeit nach der sogenannten Switchback-Phase zwei- bis dreimal pro Woche kleine Mengen Fisch oder Fleisch von 50 bis 100 Gramm. Was diese Phase genau umfasst, erklärt die Seite nicht. Halte Dich deshalb an den Aufbauplan Deines Fastenhauses oder Deiner Fastenleiterin, und bleib ohne Plan lieber einen Tag länger bei der vegetarischen Kost.
Warum bleiben Fleisch und Fisch zuerst vom Teller?
Beim Fasten fährt Dein Körper auch die Verdauung zurück: Die Produktion der Verdauungsenzyme wird reduziert oder eingestellt und nimmt erst mit dem Fastenbrechen wieder Fahrt auf. Bei einer zu schnellen Umstellung auf die gewohnte Kost können körperliche und gesundheitliche Probleme auftreten, schreibt die Klinik Buchinger am Bodensee. Laut der Klinik treten 80 Prozent der Probleme im Aufbau, wenn überhaupt, in den ersten drei Tagen auf, etwa als Kreislaufschwankungen oder Müdigkeit, weil die Verdauungsorgane wieder mehr Energie und Durchblutung brauchen.
Dazu kommt die Zubereitung. Fettige, gebratene und schwer verdauliche Lebensmittel sollten im Aufbau wegbleiben, empfiehlt Buchinger Wilhelmi. Viele klassische Fleischgerichte vom Braten bis zum Schnitzel fallen genau in diese Kategorie.
Eiweiß brauchst Du trotzdem, denn mit dem Fastenbrechen beginnt Dein Körper, Körpereiweiß wieder aufzubauen, und verwendet dafür die zugeführten Aminosäuren. Im Aufbau kommt es zunächst aus milderen Quellen wie Joghurt, Käse und Ei. Mehr dazu liest Du in unserem Artikel über Milchprodukte nach dem Fasten.
Wie startest Du mit dem ersten Stück Fleisch oder Fisch?
Fang klein an und halte die Zubereitung einfach. Diese Punkte helfen beim Einstieg:
- Klein bleiben: Plane zunächst nur 50 bis 100 Gramm pro Mahlzeit ein, so nennt es die Klinik-Community von Buchinger Wilhelmi.
- Schonend zubereiten: Dünsten, Dämpfen oder Kochen statt Braten und Frittieren. Diese Garverfahren nennt die Klinik Buchinger am Bodensee für den Aufbau.
- Mittags statt abends: Zu viel Protein ist im Aufbau besonders abends nicht empfehlenswert. Das erste Stück Fleisch oder Fisch passt deshalb besser auf den Mittagstisch.
- Gut kauen: Gründliches Kauen beeinflusst laut der Klinik die Darmperistaltik, iss deshalb in Ruhe.
- Auf Qualität achten: Buchinger Wilhelmi empfiehlt Bioqualität.
- Auf den Körper hören: Bei Völlegefühl, Blähungen oder Kreislaufproblemen gehst Du einen Schritt zurück zur leichten Aufbaukost.
Hast Du Vorerkrankungen oder nimmst Du Medikamente, besprich Fasten und Kostaufbau vorab mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Wer den Aufbau nicht allein planen möchte, findet in einem begleiteten Fastenhaus Unterstützung: Das Hotel Therme in Bad Teinach im Schwarzwald (Baden-Württemberg) ist ein reines Fastenhaus mit Buchinger Fasten, Basenfasten und Heilfasten.
Wie viel Fleisch und Fisch ist im Alltag sinnvoll?
Nach dem Aufbau musst Du nicht zu den alten Mengen zurück. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät, nicht mehr als 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche zu essen, ob rotes oder weißes Fleisch, darfst Du innerhalb dieser Menge frei wählen. Dazu können pro Woche ein bis zwei Portionen Fisch auf den Tisch kommen, eine Portion entspricht rund 120 Gramm Seefisch oder fettreichem Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering. Wer Milch, Milchprodukte, Käse und Eier isst, für den reicht nach Angaben der DGE eine Portion Fleisch (etwa 120 Gramm) und eine Portion Wurst (etwa 30 Gramm) pro Woche aus.
Bei Wurst und Schinken lohnt sich Zurückhaltung. Die Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) hat verarbeitetes Fleisch als krebserregend für den Menschen eingestuft (Gruppe 1) und rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend (Gruppe 2A), das Risiko steigt dabei mit der verzehrten Menge. Unverarbeitetes Fleisch und Fisch in kleinen Portionen sind deshalb die bessere Wahl als Wurst. Wie viel Eiweiß Du insgesamt brauchst und woher es sonst kommen kann, erklärt unser Artikel zum Eiweißbedarf am Tag.
Fleisch und Fisch gehören nach dem Fasten nicht auf den ersten Teller, sondern ans Ende des Kostaufbaus. Bis dahin bleibt es leicht und ovo-lacto-vegetarisch, danach starten kleine, schonend zubereitete Portionen, und im Alltag genügen moderate Mengen. Wie der gesamte Aufbau Schritt für Schritt abläuft, liest Du in unserem Artikel zu den Aufbautagen nach dem Fasten.
Häufige Fragen
Darf ich direkt nach dem Fastenbrechen Fleisch essen?
Besser nicht. Zum Fastenbrechen gibt es traditionell einen Apfel, und in den ersten Aufbautagen bleiben Fisch, Fleisch und Wurst weg. Dein Verdauungstrakt muss erst wieder anlaufen.
Ist Fisch nach dem Fasten bekömmlicher als Fleisch?
Die Klinik Buchinger am Bodensee macht da keinen Unterschied: Fisch, Fleisch und Wurst bleiben in den ersten Aufbautagen gemeinsam weg. Danach kommt es vor allem auf Menge und Zubereitung an, also auf eine kleine, gedünstete oder gekochte Portion statt Gebratenem oder Frittiertem.
Wie oft darf ich nach dem Fasten Fleisch oder Fisch essen?
Buchinger Wilhelmi nennt zwei- bis dreimal pro Woche kleine Mengen von 50 bis 100 Gramm. Das passt in den Rahmen der DGE, die höchstens 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche empfiehlt.
Muss ich nach dem Fasten überhaupt wieder Fleisch essen?
Zwingend ist das nicht. Die DGE sagt, dass tierische Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Wurst und Eier den Speiseplan in geringeren Mengen ergänzen können, die Basis bilden pflanzliche Lebensmittel. Wer dauerhaft ganz auf Fleisch und Fisch verzichten möchte, lässt sich am besten ernährungsmedizinisch beraten.
Was tun, wenn Fleisch nach dem Fasten ungewohnt schmeckt oder schwer im Magen liegt?
Viele Fastende berichten, dass Fleisch nach der Fastenzeit zunächst fremd schmeckt oder schwer wirkt. Lass Dir Zeit, bleib noch ein paar Tage bei leichter Kost und probiere es dann mit einer sehr kleinen Portion gedünstetem Fisch oder Geflügel. Halten Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall an, lass das ärztlich abklären.
Quellen
- Richtig Essen und Trinken nach dem Fasten: Die Aufbautageugb.de ↗
- Fasting therapy: an expert panel update of the 2002 consensus guidelinesdoi.org ↗
- Fastenbrechen nach einer Buchinger Fastenkurbuchinger-wilhelmi.com ↗
- Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting periodjournals.plos.org ↗
- Ab wann darf ich wieder Fisch und Fleisch essen?community.buchinger-wilhelmi.com ↗
- Fleisch, Wurst, Fisch und Eier im DGE-Ernährungskreisdge.de ↗
- Cancer: Carcinogenicity of the consumption of red meat and processed meatwho.int ↗












