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Gesunde Fette: Welche Fette Dein Körper braucht und welche Du besser meidest
Autor: Conny Wettcke
Veröffentlicht am: 24.09.2026
Fett hat einen schlechten Ruf, doch der ist unverdient: Fett macht nicht automatisch dick, und es ist auch nicht per se ungesund. Entscheidend ist, welche Fette Du wählst. Gesund sind vor allem die ungesättigten Fettsäuren aus Pflanzenölen, Nüssen und fettem Seefisch, während Du gesättigte Fette sparsam einsetzt und künstliche Transfette möglichst ganz meidest. Dass Fett dabei nicht fehlen darf, hat einen guten Grund: Es liefert reichlich Energie, ist Baustein Deiner Zellen und hilft, die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aufzunehmen.
In diesem Artikel erfährst Du, welche Fettarten es gibt, in welchen Lebensmitteln die guten und die weniger guten Fette stecken, wie viel Fett am Tag sinnvoll ist und worauf Du beim Einkaufen und Kochen achten kannst.
Warum braucht Dein Körper überhaupt Fett?
Fett ist der Nährstoff mit der höchsten Energiedichte: Es liefert mit neun Kilokalorien je Gramm mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Wie viel Energie am Ende zählt, hängt aber vom gesamten Speiseplan ab. Wie sich das bei Kohlenhydraten verhält, liest Du im Beitrag zu guten und schlechten Kohlenhydraten. Fett ist außerdem Baustein für Zellwände und Botenstoffe und der Transporter für die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Zwei Fettsäuren kann Dein Körper nicht selbst herstellen, sie sind also lebensnotwendig: die Omega-6-Fettsäure Linolsäure und die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure.
Welche Fettarten gibt es?
Ob ein Fett gut oder weniger gut für Dich ist, entscheidet sich an seinen Bausteinen, den Fettsäuren. Man unterscheidet drei Gruppen, dazu die künstlich veränderten Transfette:
- Gesättigte Fettsäuren stecken vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Butter, Sahne, Fleisch und Wurst, aber auch in Kokosfett. Sie sind meist fest bei Raumtemperatur.
- Einfach ungesättigte Fettsäuren gelten als gesundheitlich günstig und kommen zum Beispiel in Raps- und Olivenöl, in Avocado und in Nüssen vor.
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind besonders wertvoll. Zu ihnen zählen die Omega-3-Fettsäuren (etwa in Hering, Makrele und Lachs sowie in Raps-, Walnuss- und Leinöl) und die Omega-6-Fettsäuren (vor allem in Soja- und Maiskeimöl sowie Margarine).
- Transfettsäuren entstehen vor allem, wenn Pflanzenöle industriell teilweise gehärtet werden. Sie finden sich in manchen Back-, Brat- und Frittierfetten und in stark verarbeiteten Produkten.
Diese Einteilung geht auf das Bundeszentrum für Ernährung zurück, das rät: Qualität vor Quantität.
Was macht ungesättigte Fette so gesund?
Ungesättigte Fette verbessern die Blutfettwerte. Wer einen Teil der gesättigten Fette durch ungesättigte ersetzt, senkt das „böse“ LDL-Cholesterin und verbessert das Verhältnis von Gesamt- zu „gutem“ HDL-Cholesterin, was das Risiko für Herzerkrankungen senkt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält fest, dass es sich positiv auswirkt, weniger gesättigte und dafür mehr ungesättigte Fettsäuren aufzunehmen.
Eine Sonderrolle spielen die Omega-3-Fettsäuren. Weil Dein Körper die pflanzliche Alpha-Linolensäure nicht selbst bilden kann, musst Du sie über die Nahrung aufnehmen. Ob Du dafür Kapseln brauchst, ist eine eigene Frage, die wir uns im Beitrag zu Omega-3 als Nahrungsergänzung genauer ansehen.
Warum sind Transfette so problematisch?
Transfette wirken doppelt ungünstig: Sie heben das „böse“ LDL-Cholesterin an und senken zugleich das „gute“ HDL-Cholesterin. Mit jedem zusätzlichen Anteil von zwei Prozent der Kalorien aus Transfetten steigt das Risiko für eine koronare Herzkrankheit rechnerisch um 23 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation führt weltweit mehr als 278.000 Todesfälle pro Jahr auf industriell hergestellte Transfette zurück und empfiehlt, ihren Anteil auf unter ein Prozent der Energiezufuhr zu begrenzen, das entspricht bei 2000 Kalorien weniger als 2,2 Gramm am Tag.
Im Alltag verstecken sich Transfette vor allem in frittierten Snacks, Blätterteig und manchen Fertigbackwaren. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft: Der Hinweis „pflanzliche Fette, teilweise gehärtet“ ist ein Warnsignal.
Wie viel Fett am Tag ist sinnvoll?
Als Richtwert nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene rund 30 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus Fett. Die Weltgesundheitsorganisation zieht dieselbe Obergrenze und ergänzt: höchstens 10 Prozent der Gesamtenergie aus gesättigten und unter 1 Prozent aus Transfetten, der Rest überwiegend ungesättigt. Von den lebensnotwendigen Fettsäuren sollten etwa 2,5 Prozent der Energie auf Linolsäure und 0,5 Prozent auf Alpha-Linolensäure entfallen.
Ganz praktisch: Bei etwa 2000 Kalorien am Tag sind 30 Prozent rund 65 bis 70 Gramm Fett. Das klingt nach viel, ist aber schnell erreicht, weil Fett auch in Käse, Wurst, Gebäck und Saucen steckt. Wichtiger als das genaue Gramm ist deshalb die Auswahl, denn es gilt: Qualität vor Quantität.
Welche Fette und Öle sind die beste Wahl?
Wenn Du beim Einkaufen und Kochen auf die Fettqualität achtest, hast Du das Wichtigste schon getan. Diese Auswahl ist eine gute Grundlage:
- Rapsöl als Allrounder für Küche und Salat, es bringt ein günstiges Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 mit.
- Olivenöl für die kalte Küche und mediterrane Gerichte.
- Walnuss- und Leinöl als Omega-3-Quellen für Salate und Dips, aber nicht stark erhitzen.
- Nüsse, Samen und Avocado als Snack oder Topping mit reichlich ungesättigten Fetten.
- Fetter Seefisch wie Hering, Makrele oder Lachs, ein- bis zweimal pro Woche.
Sparsamer umgehen solltest Du mit gesättigten Fetten aus Butter, Sahne, fettem Fleisch, Wurst und Kokosfett. Stark verarbeitete Produkte mit gehärteten Fetten lässt Du am besten ganz stehen. Zum Braten eignen sich hitzestabile, raffinierte Öle wie Raps- oder Olivenöl, zum Verfeinern die kaltgepressten Varianten.
Gesunde Fette und Fasten: Wie passt das zusammen?
Eine Fastenzeit ist ein guter Anlass, die eigene Fettauswahl neu zu sortieren. Nach dem Fasten baust Du die Kost langsam wieder auf, und genau dann bekommen hochwertige Öle, Nüsse und Avocado ihren festen Platz zurück, statt der stillen Fette aus Wurst und Gebäck. Beim Basenfasten steht ohnehin eine pflanzenbetonte, basische Kost im Mittelpunkt, in der gute Fette eine natürliche Rolle spielen. Wer das begleitet erleben möchte, findet zum Beispiel im Hotel Therme in Bad Teinach in Baden-Württemberg einen ruhigen Rahmen, um solche Gewohnheiten in Ruhe umzustellen.
Unterm Strich gilt: Fett ist ein wichtiger Nährstoff, kein Feind. Setze auf ungesättigte Fette aus Pflanzenölen, Nüssen und Fisch, halte gesättigte Fette in Maßen und meide künstliche Transfette. Bei bestehenden Erkrankungen wie einer Fettstoffwechselstörung, in der Schwangerschaft oder wenn Du Medikamente nimmst, besprichst Du Deine Fettzufuhr am besten individuell mit ärztlicher oder ernährungsfachlicher Begleitung.
Häufige Fragen
Machen Fette dick?
Nicht von allein. Fett ist mit neun Kilokalorien je Gramm zwar energiereich, aber ob Du zunimmst, entscheidet die gesamte Kalorienbilanz über den Tag, nicht das Fett als einzelner Nährstoff. Wichtig ist, überwiegend hochwertige, ungesättigte Fette zu wählen und insgesamt maßvoll zu bleiben.
Sind gesättigte Fette ungesund?
In kleinen Mengen sind sie unproblematisch. Ein hoher Anteil hebt jedoch das LDL-Cholesterin, deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, höchstens 10 Prozent der Energie aus gesättigten Fetten zu decken. Ersetzt Du einen Teil davon durch ungesättigte Fette, wirkt sich das günstig auf Herz und Gefäße aus.
Brauche ich Omega-3-Kapseln?
Meistens nicht. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung lässt sich der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren bei gesunden Menschen in der Regel durch eine ausgewogene Ernährung mit ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche decken, eine Nahrungsergänzung ist im Normalfall nicht nötig und kann bei unnötiger Einnahme sogar Risiken bergen.
Welches Öl ist am gesündesten?
Einen einzelnen Sieger gibt es nicht, aber Rapsöl ist ein guter Allrounder mit günstigem Fettsäureprofil, und Olivenöl passt hervorragend in die mediterrane Küche. Kaltgepresste Öle wie Walnuss- oder Leinöl verwendest Du am besten kalt und erhitzt sie nicht stark.









