Zwei Tassen Tee auf Marmor

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Übelkeit beim Fasten: Ursachen, Soforthilfe und wann Du zum Arzt solltest

Autor: Sebastian Wettcke

Veröffentlicht am: 29.09.2026

Übelkeit beim Fasten tritt vor allem in den ersten Tagen auf und legt sich meist von selbst wieder. Häufige Auslöser sind die Umstellung des Stoffwechsels, ein schwankender Blutzucker, zu wenig Flüssigkeit oder Salz und die Darmentleerung zum Start.

In diesem Artikel erfährst Du, warum Dir beim Fasten übel werden kann, wie häufig das tatsächlich vorkommt, was Dir sofort hilft und bei welchen Warnzeichen Du ärztlichen Rat brauchst.

Wie häufig ist Übelkeit beim Fasten?

Das hängt stark von der Fastenform ab. In einer Beobachtungsstudie mit 1.422 Teilnehmenden, die 4 bis 21 Tage lang nach dem Buchinger Fasten fasteten (Saft und Gemüsesuppe, rund 200 bis 250 Kilokalorien am Tag), nannten 13 Personen Übelkeit als leichtes Symptom, das entspricht etwa einem Prozent.

Beim reinen Wasserfasten unter ärztlicher Aufsicht sah es anders aus: In einer Auswertung von 768 Fastenaufenthalten in einer US-Klinik trat Übelkeit in 247 Aufenthalten auf (32,2 Prozent), in 207 davon leicht und in 40 mäßig ausgeprägt. Die beiden Studien haben Beschwerden unterschiedlich erfasst und sind deshalb nicht direkt vergleichbar, das betonen auch die Autoren der Buchinger-Studie. Sie halten es aber für möglich, dass Saft und Suppe die Verträglichkeit verbessern, weil sie den Einstieg in die Ketose beeinflussen.

Warum wird Dir beim Fasten übel?

Meist wirken mehrere Ursachen zusammen. Die häufigsten im Überblick:

Die Umstellung auf Fettverbrennung

Ohne feste Nahrung stellt Dein Körper von Zucker auf Fettverbrennung um. Dabei entstehen Ketonkörper: Beim Buchinger Fasten stieg der Wert deutlich an und erreichte nach etwa fünf Tagen ein Plateau. Wie stark die Ketonkörper selbst zur Übelkeit beitragen, ist beim Fasten nicht abschließend geklärt. Sicher ist: Leichte Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopf- und Muskelschmerzen oder Hunger treten vor allem in den ersten Tagen auf.

Schwankender Blutzucker und Kreislauf

Sinkt der Blutzucker ab, reagiert der Körper mit Schweißausbrüchen, Zittern und teils auch mit Übelkeit. Die Fastenleitlinien führen leichte Kreislaufregulationsstörungen und eine leichte Unterzuckerung ausdrücklich unter den möglichen Reaktionen während des Fastens auf. In der Buchinger-Studie trat eine vorübergehende Unterzuckerung bei 2 von 1.422 Teilnehmenden auf und ließ sich ohne Abbruch des Fastens behandeln.

Zu wenig Flüssigkeit und Salz

Die Fastenleitlinien verlangen eine Gesamtflüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 Litern am Tag. Zu den möglichen Reaktionen zählen außerdem Elektrolytstörungen wie ein zu niedriger Natriumspiegel. In der Buchinger-Studie kam das bei 3 von 1.422 Teilnehmenden vor. Im Buchinger-Programm gehören neben rund drei Litern Wasser oder Kräutertee deshalb auch ein Glas Saft am Mittag und 250 Milliliter Gemüsesuppe am Abend zum Tag.

Die Darmentleerung zum Start

Zu Beginn wird der Darm meist mit Glaubersalz oder einem Einlauf entleert. Manche Fastende reagieren darauf mit Magenbeschwerden oder Schwäche. Die Fastenleitlinien empfehlen, die Dosis zu senken oder eine mildere Methode zu wählen, wenn Du einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt hast (etwa Gallenbeschwerden, eine Neigung zu Magenschleimhautentzündung oder Durchfall), einen niedrigen Blutdruck hast oder häufig Kopfschmerzen bekommst. Wie die Anwendung richtig gelingt, erklärt unser Ratgeber zu Glaubersalz beim Fasten.

Was hilft sofort gegen Übelkeit beim Fasten?

Bei leichter Übelkeit helfen meist einfache Maßnahmen. Probiere sie der Reihe nach aus:

Kommt die Übelkeit zusammen mit Schwäche und Kopfschmerz am zweiten oder dritten Tag, erlebst Du möglicherweise die klassische Fastenkrise. Was dabei hilft, beschreibt unser Beitrag zur Fastenkrise am zweiten und dritten Tag.

Wann solltest Du zum Arzt gehen oder das Fasten abbrechen?

Leichte, kurze Übelkeit ist beim Fasten kein Alarmzeichen. Anders sieht es aus, wenn sie nicht abklingt oder weitere Beschwerden dazukommen. Das MSD Manual rät zum Arztbesuch, wenn Erbrechen länger als 24 bis 48 Stunden anhält oder Du keine Flüssigkeit mehr bei Dir behältst. Sofort ärztliche Hilfe brauchst Du bei Zeichen von Austrocknung wie starkem Durst, trockenem Mund, kaum Urin und Schwäche, bei Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit oder verminderter Aufmerksamkeit, bei anhaltenden Bauchschmerzen und wenn Du Blut erbrichst.

Wie ernst eine Kombination aus mehreren Beschwerden sein kann, zeigt ein Fall aus der Buchinger-Studie: Eine 67-jährige Teilnehmerin musste am vierten Fastentag wegen Erbrechens, Schwindels und Durchfalls einen Tag ins Krankenhaus. Insgesamt traten Nebenwirkungen bei 0,7 Prozent der Teilnehmenden auf, nur zwei Personen mussten das Fasten unterbrechen.

Die Fastenleitlinien nennen als Abbruchgründe unter anderem höhergradige Herzrhythmusstörungen, schwere Elektrolytstörungen und einen stark abgesunkenen Kreislauf. Solche Werte können nur Ärzte messen und einordnen. Fasten ist außerdem nicht für jeden geeignet: Als Gegenanzeigen nennen die Leitlinien unter anderem Essstörungen wie Anorexia nervosa, Schwangerschaft und Stillzeit sowie eine fortgeschrittene Leber- oder Nierenschwäche. Bei Vorerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sprichst Du vorher mit Deinem Arzt.

Wie beugst Du Übelkeit beim Fasten vor?

Ganz ausschließen lässt sich Übelkeit nicht, aber Du kannst ihr Risiko senken:

Gerade beim ersten Mal ist Begleitung viel wert: Erfahrene Fastenbegleiter helfen Dir, Beschwerden einzuordnen, und passen Brühe, Darmentleerung und Tagesablauf an. Im Hotel Therme in Bad Teinach (Baden-Württemberg) begleiten die Fastenbegleiter Conny und Reiner mit über 30 Jahren Erfahrung das Fasten nach Buchinger und das Basenfasten, dazu gibt es Fastengespräche und geführte Wanderungen.

Fazit: Übelkeit ernst nehmen, aber nicht dramatisieren

Übelkeit beim Fasten ist meist eine vorübergehende Begleiterscheinung der Umstellung. Ruhe, Wärme, kleine Schlucke Tee und eine warme Brühe helfen in den meisten Fällen. Achte dabei darauf, ob Du genug trinkst, ob Kreislauf und Blutzucker stabil bleiben und wie Dir die Darmentleerung bekommen ist. Wird die Übelkeit stärker, hält sie länger an oder kommen Erbrechen, Schwindel, Durchfall oder starke Bauchschmerzen dazu, ist ärztlicher Rat wichtiger als Durchhalten. Fasten soll Dir guttun, es ist keine Mutprobe.

Häufige Fragen

Ist Übelkeit beim Fasten normal?

Leichte Übelkeit kommt beim Fasten vor, vor allem in den ersten Tagen. In der Buchinger-Studie nannten rund ein Prozent der Teilnehmenden Übelkeit als leichtes Symptom. Beim reinen Wasserfasten war sie in einer US-Auswertung deutlich häufiger. Normal heißt aber nicht, dass Du sie aushalten musst: Lindere sie mit den Tipps oben und sprich bei anhaltenden Beschwerden mit Deinem Arzt oder Fastenbegleiter.

Wie lange dauert die Übelkeit beim Fasten?

Meist klingt sie nach den ersten Fastentagen wieder ab, denn leichte Beschwerden treten vor allem am Anfang auf und verschwinden häufig von selbst oder mit einfachen Hausmitteln. Hält Erbrechen länger als 24 bis 48 Stunden an, solltest Du ärztlichen Rat einholen.

Soll ich das Fasten bei Übelkeit abbrechen?

Bei leichter Übelkeit meist nicht: In der Buchinger-Studie klangen leichte Symptome ab, nur zwei von 1.422 Teilnehmenden mussten das Fasten unterbrechen. Bei Erbrechen, Schwindel, starkem Durst oder Bauchschmerzen holst Du dagegen ärztlichen Rat ein und besprichst, ob Du das Fasten anpasst oder beendest. Beim Fastenbrechen kommt es dann auf einen sanften Aufbau an, nicht auf eine große Mahlzeit.

Hilft Ingwer wirklich gegen Übelkeit?

Für die Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit gilt Ingwer beim Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der EMA als bewährt, die Datenlage ist allerdings nicht einheitlich. Speziell für Übelkeit beim Fasten fehlen Studien. Ein lauwarmer Ingwertee ist einen Versuch wert, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung bei starken oder anhaltenden Beschwerden.

Kann Glaubersalz die Übelkeit auslösen?

Möglich ist das. Die Fastenleitlinien empfehlen bei empfindlichem Magen-Darm-Trakt, niedrigem Blutdruck oder häufigen Kopfschmerzen eine niedrigere Dosis oder eine mildere Methode. Erfahrungsgemäß fühlen sich manche Fastende nach der Darmentleerung flau. Sprich die Dosis vorher mit Deinem Fastenbegleiter oder Arzt ab.

Quellen

  1. Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjectsPLOS ONE · 2019 · abgerufen am 29.09.2026journals.plos.org ↗
  2. Is fasting safe? A chart review of adverse events during medically supervised, water-only fastingBMC Complementary and Alternative Medicine · 2018 · abgerufen am 29.09.2026pmc.ncbi.nlm.nih.gov ↗
  3. HypoglykämieMSD Manual Profi-Ausgabe · 2025 · abgerufen am 29.09.2026msdmanuals.com ↗
  4. Fasting Therapy - an Expert Panel Update of the 2002 Consensus GuidelinesForschende Komplementärmedizin / Research in Complementary Medicine · 2013 · abgerufen am 29.09.2026karger.com ↗
  5. Übelkeit und Erbrechen bei ErwachsenenMSD Manual Ausgabe für Patienten · 2024 · abgerufen am 29.09.2026msdmanuals.com ↗
  6. Ingwer zur Arzneipflanze des Jahres gekürtPharmazeutische Zeitung · 2026 · abgerufen am 29.09.2026pharmazeutische-zeitung.de ↗

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