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Fasten und Nierensteine: Was beim Fasten mit der Harnsäure passiert und wie Du vorbeugst

Autor: Sebastian Wettcke

Veröffentlicht am: 28.09.2026

Spürst Du beim Fasten plötzlich ein Ziehen im unteren Rücken und fragst Dich, ob das an den Nieren liegt? Die kurze Antwort: Ja, Deine Harnsäure im Blut steigt beim Fasten spürbar an, weil der Körper vermehrt Ketonkörper bildet, die deren Ausscheidung über die Niere bremsen. Für gesunde Menschen bleibt das Risiko für einen Nierenstein dabei überschaubar, solange Du ausreichend trinkst; hattest Du schon einmal Nierensteine oder erhöhte Harnsäure (Gicht), solltest Du vor dem Fasten mit Deinem Arzt sprechen.

In diesem Artikel erfährst Du, was beim Fasten mit der Harnsäure passiert, wer vorher ärztlichen Rat einholen sollte, wie viel Du trinken solltest und woran Du eine beginnende Nierenkolik erkennst.

Warum steigt die Harnsäure beim Fasten an?

Isst Du nicht, greift Dein Körper auf seine eigenen Reserven zurück: Er baut Fett und körpereigenes Eiweiß ab, um Energie zu gewinnen. Dabei werden auch energiereiche Verbindungen aus Purinen abgebaut, wodurch zusätzliche Harnsäure entsteht.

Gleichzeitig bildet Deine Leber vermehrt Ketonkörper, die in der Niere mit der Harnsäure um dieselben Transportwege konkurrieren und sie so aus der Ausscheidung verdrängen. Schon in den ersten Fastentagen kann die Harnsäure-Clearance dadurch um bis zu 50 Prozent sinken.

Steigt dadurch wirklich das Risiko für Nierensteine?

Der Anstieg von Harnsäure und Ketonkörpern begünstigt grundsätzlich die Bildung von Blasen- und Nierensteinen sowie akuten Gichtanfällen. In der Praxis bleibt beides bei gesunden Menschen aber selten: Anfangs scheidest Du mehr Urin aus, was die Harnsäure verdünnt, und mit der Zeit gibt Deine Niere mehr Ammoniak statt Natrium ab, wodurch der Urin weniger sauer und die Harnsäure besser löslich wird.

Waren Deine Harnsäurewerte schon vor dem Fasten erhöht, steigt das Risiko für einen Gichtanfall oder Nierenstein dagegen deutlich; Dein Arzt kann in diesem Fall vorbeugend Medikamente verordnen.

Wer sollte vor dem Fasten besonders vorsichtig sein?

Bevor Du mit einem Heilfasten beginnst, bei dem Du mehrere Tage komplett auf feste Nahrung verzichtest, lohnt sich in folgenden Fällen vorher ein Gespräch mit Deinem Arzt:

  • Gicht oder bereits erhöhte Harnsäurewerte
  • frühere Nierensteine oder wiederkehrende Nierenkoliken
  • eingeschränkte Nierenfunktion oder eine Niereninsuffizienz
  • Medikamente, die den Harnsäure- oder Wasserhaushalt beeinflussen, etwa Entwässerungsmittel

Unbehandelte, chronisch erhöhte Harnsäure kann sich außerdem als Ablagerung in der Niere festsetzen und langfristig zu Niereninsuffizienz, Bluthochdruck und weiteren Steinen führen. Fasten gilt grundsätzlich nur für gesunde Menschen als unbedenklich und sollte bei Vorerkrankungen nur nach ärztlicher Absprache und mit fachkundiger Begleitung erfolgen. Mehr dazu liest Du in unserem Artikel Wer sollte nicht fasten?

Wie viel solltest Du beim Fasten trinken, um vorzubeugen?

Damit Deine Nieren die Harnsäure gut ausscheiden können, brauchst Du beim Fasten ausreichend Flüssigkeit: mindestens zwei Liter am Tag, am besten als Wasser oder ungesüßter Tee.

Zur allgemeinen Vorbeugung von Nieren- und Harnleitersteinen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie gesunden Menschen ohnehin 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit täglich, gleichmäßig über den Tag verteilt und an heißen Tagen oder bei Sport entsprechend mehr, dazu eine kochsalzarme, pflanzenbetonte Ernährung. Was Du beim Fasten konkret trinken darfst, liest Du in Was darf man beim Fasten trinken?

Woran erkennst Du eine beginnende Nierenkolik?

Nierensteine sind kein Nischenproblem: Jedes Jahr erkranken in Deutschland 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung neu daran, weltweit erlebt mindestens jeder Zehnte im Laufe seines Lebens einen Nierenstein.

Typisch für eine Nierenkolik ist ein wellenförmiger, heftiger Flankenschmerz, der in den Unterbauch ausstrahlen kann, oft begleitet von Übelkeit oder Erbrechen; eine akute Kolik dauert meist 20 bis 60 Minuten. Kommen zusätzlich Fieber, Schüttelfrost oder anhaltendes Erbrechen dazu, ist das ein Alarmzeichen für eine Harnwegsinfektion.

Spürst Du beim Fasten plötzlich einen solchen Schmerz, brich das Fasten ab, trinke reichlich und sprich zeitnah mit einem Arzt, statt abzuwarten.

Fasten unter fachkundiger Begleitung

Wer beim Fasten auf Nummer sicher gehen möchte, ist mit einer begleiteten Fastenkur oft besser beraten als mit dem Alleingang zu Hause. Unser Stammhaus, das Hotel Therme in Bad Teinach im Schwarzwald (Baden-Württemberg), bietet Buchinger Fasten, Basenfasten und Heilfasten unter der Leitung von Conny und Reiner an, inklusive ärztlicher Betreuung und regelmäßiger Kontrolle Deiner Werte.

Fasten verändert Deinen Harnsäurehaushalt spürbar, für die meisten gesunden Menschen bleibt das Risiko für einen Nierenstein dabei überschaubar. Entscheidend sind ausreichend Flüssigkeit, ein wacher Blick auf Warnsignale und, bei Vorerkrankungen oder früheren Steinen, das Gespräch mit Deinem Arzt vor dem Start.

Häufige Fragen

Kann ich fasten, wenn ich schon einmal einen Nierenstein hatte?

Grundsätzlich ja, aber nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt: Er kann einschätzen, welche Steinart Du hattest, Dir eine passende Trinkmenge empfehlen und beurteilen, ob eine begleitete Fastenkur für Dich die sicherere Wahl ist.

Wie viel muss ich beim Fasten trinken, um Nierensteinen vorzubeugen?

Mindestens zwei Liter am Tag, besser 2,5 bis 3 Liter, gleichmäßig über den Tag verteilt und am besten als Wasser oder ungesüßter Tee.

Erhöht Fasten automatisch das Risiko für einen Gichtanfall?

Die Harnsäure steigt zwar an, ein tatsächlicher Gichtanfall bleibt bei gesunden Menschen aber die Ausnahme. Hattest Du schon einmal erhöhte Harnsäurewerte oder Gicht, ist Dein Risiko höher, und Du solltest vorher mit Deinem Arzt sprechen.

Welche Symptome deuten auf einen Nierenstein während des Fastens hin?

Ein plötzlicher, wellenförmiger Flankenschmerz, der in den Unterbauch ausstrahlt, oft zusammen mit Übelkeit. Kommen Fieber oder Schüttelfrost dazu, ist das ein Notfallzeichen, und Du solltest sofort eine Notaufnahme aufsuchen.

Quellen

  1. Vorsicht bei Festen und beim FastenPharmazeutische Zeitung · 2009 · abgerufen am 28.09.2026pharmazeutische-zeitung.de ↗
  2. Auswirkungen des Fastens auf den Stoffwechsel und den KörperRosenfluh Publikationen, Ernährungsmedizin · 2022 · abgerufen am 28.09.2026rosenfluh.ch ↗
  3. Ist Heilfasten gesund?Helios Gesundheit · abgerufen am 28.09.2026helios-gesundheit.de ↗
  4. Neue Empfehlungen zur Volkskrankheit Harnsteine: DGU aktualisiert S2k-LeitlinieDeutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) · 2019 · abgerufen am 28.09.2026urologenportal.de ↗
  5. Nierensteine und HarnleitersteineGesundheitsinformation.de (IQWiG) · abgerufen am 28.09.2026gesundheitsinformation.de ↗

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